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Förderung der Wärmepumpe: Angebote und Antragstellung

  • von Alexander Rosenkranz
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Mit Zuschüssen, steuerlichen Vergünstigungen und Darlehen bietet der Staat eine attraktive Förderung der Wärmepumpe. Erhältlich ist diese vor allem für Sanierer mit einem mindestens fünf Jahre alten Bestandsgebäude. Wer neu baut und dabei den Effizienzhausstandard 40 erreicht, kann die Kosten der Umweltheizung bei der Effizienzhausförderung anrechnen lassen. Doch wie funktioniert das? Wie fallen die Konditionen aus und welche Voraussetzungen sind für die Förderung der Wärmepumpe zu erfüllen?

  • Fördermittel vor allem für Sanierer: Die attraktivste Wärmepumpenförderung gibt es im Bestand. Hier stehen Zuschüsse von bis zu 40 Prozent zur Verfügung. 
  • Hohe Voraussetzungen zur Förderung: Zuschüsse und steuerliche Vergünstigungen gibt es nur, wenn die neue Heizungsanlage besonders energiesparend arbeitet.
  • Antragstellung erfolgt vor der Sanierung: Für hohe Zuschüsse sind Anträge vor der Auftragsvergabe zu stellen. Nachträglich bleibt der Steuerbonus für die Sanierung.

Zuschuss, Steuerbonus oder Kredit: Welche Förderangebote gibt es?

Wer sich für das Heizen mit einer Wärmepumpe entscheidet, bekommt aktuell eine Förderung vom Staat. Besonders nachgefragt ist dabei die Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen (BEG EM). Über diese erhalten Sie einen Zuschuss für den Heizungstausch oder die Erweiterung Ihrer bestehenden Heizung. Die Förderhöhe hängt von der eingesetzten Energiequelle ab und liegt zwischen 25 und 40 Prozent. 

Wichtig zu wissen ist, dass die BEG-Mittel bereits vor der Sanierung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu beantragen sind. Haben Sie diesen Zeitpunkt verpasst, können Sie mit dem Steuerbonus auf eine alternative Förderung der Wärmepumpe zurückgreifen. Diese reduziert Ihre Einkommensteuerlast um 20 Prozent, wenn Sie eine mindestens zehn Jahre alte und selbst genutzte Immobilie sanieren. 

Geht es um die Förderung der Wärmepumpe im Neubau, erhalten Sie Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese fördert Wärmepumpen zusammen mit den Baukosten des Hauses, wenn Sie den Effizienzhaus-40-Standard mit Nachhaltigkeitszertifikat erreichen. Das Besondere daran ist ein Tilgungszuschuss, der den zurückzuzahlenden Kreditbetrag um fünf Prozent reduziert. 

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Fördermittel sind für verschiedene Arten der Umweltheizung verfügbar

Ob die neue Wärmepumpe thermische Energie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Wasser zum Heizen nutzbar macht, spielt erst einmal keine Rolle. Denn die staatliche Förderung gibt es für alle aufgeführten Systeme, ganz gleich, ob Sie Wärme auf das Heizungswasser oder direkt auf die Raumluft übertragen. Bei Letzteren handelt es sich beispielsweise um Luft-Luft-Wärmepumpen, die ohne wasserführendes Heizsystem auskommen. Die wichtigsten Informationen zur Förderung der einzelnen Systeme:

Während es inzwischen auch Fördermittel für die Abluftwärmepumpen und Brauch- oder Trinkwasser-Wärmepumpen (in Kombinatiom mit einer geförderten Heizung) gibt, erhalten Sie für Gaswärmepumpen keine finanzielle Unterstützung vom Staat.

Sind Sie noch unschlüssig, welche Wärmepumpe für Ihr Haus und Grundstück die passende ist, gibt Ihnen der Beitrag "Welche Wärmepumpe passt zu meinem Haus" umfassende Auskunft.

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BEG Förderung der Wärmepumpe mit Zuschüssen vom BAFA 

Die BEG- oder BAFA-Förderung der Wärmepumpe erhalten Sie für die Sanierung mindestens fünf Jahre alter Gebäude. Erfüllen Sie die Mindestanforderungen, vergibt der Staat Zuschüsse in Höhe von 25 Prozent. Setzen Sie auf das Erdreich oder das Grundwasser als Wärmequelle, steigt der Wärmepumpenzuschsuss um fünf Prozent an, sodass der Staat insgesamt 30 Prozent der angefallenen Investitionskosten erstattet. Wichtig ist, dass Letztere bei maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit beziehungsweise 1.000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche im Nichtwohnbau liegen. Höhere Ausgaben sind pro Kalenderjahr nicht förderbar.

Finanzielle Unterstützung auch für die Kombination mit anderen Systemen

Erweitern Sie eine bestehende Gas- oder Ölheizung? Kombinieren Sie die Wärmepumpe mit anderen Erneuerbare-Energien-Anlagen? Auch in diesen Fällen haben Sie ein Anrecht auf die Wärmepumpenförderung. Verfügbar sind Zuschüsse in Höhe von:

  • 25 bis 30 Prozent für die Wärmepumpe in Kombination mit einer neuen oder bestehend Öl-/Gasheizung (Kosten der fossilen Heiztechnik nicht anrechenbar)
  • 20 Prozent für die Kombination mit einer Pellet-, Hackschnitzel- oder Holzheizung
  • 25 Prozent für die Kombination von Wärmepumpe und Solarthermie

Installieren Sie ein Kompaktgerät, das Wärmepumpentechnik und Gas- oder Ölheizung miteinander kombiniert, erhalten Sie keine Fördermittel.

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Austauschbonus für den Ersatz alter Gas-, Öl-, Kohle- oder Stromheizungen

Von besseren Konditionen profitieren Sie beim Austausch einer Gas-, Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung. Denn dann vergibt der Staat den zehnprozentigen Austauschbonus, wodurch die Wärmepumpenförderung auf 35 bis 40 Prozent ansteigt. Während der Bonus auch für den Ersatz von Einzelöfen erhältlich ist, müssen Gaszentralheizungen mindestens 20 Jahre alt sein. Möchten Sie die Förderung für die Umstellung von Öl oder Gas auf eine Wärmepumpe beantragen, müssen Sie nach dem Heizungstausch auf fossile Energieträger verzichten. Das Gleiche gilt auch dann, wenn Sie eine Kohle- oder Nachtspeicherheizung austauschen, um zukünftig mit Umweltwärme zu heizen. 

BAFA-Förderung für Ihre Wärmepumpe richtig beantragen: So funktioniert es 

Die Antragstellung erfolgt vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen über das Onlineportal des BAFA. Haben Sie die Formulare digital ausgefüllt und abgeschickt, können Sie auf eigenes finanzielles Risiko mit der Sanierung beginnen. Gewissheit darüber, dass Sie die BAFA-Förderung der Wärmepumpe tatsächlich erhalten, verschafft jedoch erst der Zuwendungsbescheid. Im Beitrag “xx” geben wir weitere Tipps zum richtigen Vorgehen.

Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:

Um die BEG oder den Steuerbonus für die Sanierung nutzen zu können, muss Ihre neue Heizung einige Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten stellen wir im Folgenden zusammen: 

  • Wärmepumpenheizung mit natürlichem oder synthetischem Kältemittel (Empfehlung)
  • Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ƞs oder ETAs, löst Jahresarbeitszahl ab) für Wasserheizungen (135 % für Wärmequelle Luft bei 35 °C Vorlauftemperatur; 150 % für Wärmequelle Sole oder Wasser bei 35 °C Vorlauftemperatur; 120 % für Wärmequelle Luft bei 55 °C Vorlauftemperatur; 135 % für Wärmequelle Sole oder Wasser bei 55 °C Vorlauftemperatur)
  • Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ƞs oder ETAs) für Luftheizungen (181 % bei Anlagen mit bis zu 12 kW; 150 % bei Anlagen mit mehr als 12 kW)
  • SG-Ready Wärmepumpenheizungen für netzdienlichen Betrieb im Smart Grid, die sich vom Versorger steuern lassen (ab 2023)
  • bei Sondenbohrungen: DVGW W120-2  zertifizierte Bohrfirmen und verschuldensunabhängige Versicherung der Bohrung

Einen Überblick über förderfähige Umweltheizungen gibt die BAFA-Liste förderbarer Wärmepumpen.

Steuerbonus für den Einbau einer Wärmepumpe im Bestand

Alternativ zur BAFA-Förderung der Wärmepumpe steht Sanierern mindestens zehn Jahre alter und selbst genutzter Häuser ein Steuerbonus für die Sanierung zur Verfügung. Nutzen Sie diesen, können Sie Ihre Einkommensteuerlast verteilt über drei Jahre um bis zu 40.000 Euro senken. Der Fördersatz liegt bei 20 Prozent der Kosten, wobei sich auch Ausgaben für neue Fenster, Türen oder Dämmarbeiten anrechnen lassen.

Steuerbonus für Handwerkerleistungen und technische Anforderungen

Genau wie bei der BAFA-Förderung der Wärmepumpe sind auch für den steuerlichen Sanierungsbonus hohe Fördervoraussetzungen zu erfüllen. Erreichen Sie diese nicht, bleibt Ihnen der Steuerbonus für Handwerkerleistungen als Alternative. Diesen gibt es für Sanierungs- oder Erhaltungsarbeiten an selbst genutzten Immobilien. Anrechnen lassen sich dabei 20 Prozent der Handwerkerkosten, die auf maximal 6.000 Euro pro Jahr gedeckelt sind.

Steuerliche Förderung der Wärmepumpe beantragen: So funktioniert es

Möchten Sie den Steuerbonus für die Sanierung oder die steuerliche Förderung der Handwerkerlohnkosten für sich nutzen? Dann beantragen Sie Fördergelder für die neue Umweltheizung und andere Maßnahmen nachträglich über Ihre Einkommenssteuererklärung. Geht es um den Sanierungsbonus, benötigen Sie dazu eine Fachunternehmererklärung nach dem Muster des Finanzamts. Für den Handwerkerbonus sind lediglich Rechnungen über die angefallenen Lohnkosten und Überweisungsbelege einzureichen.

Fördergelder für Wärmepumpen auch im Neubau erhältlich

Für Neubauten vergibt die KfW Fördermittel aus der BEG WG/NWG. Diese gibt es für alle Bauvorhaben, die ein Effizienzhausstandard 40 mit Nachhaltigkeitszertifikat zum Ziel haben. Erfüllen Sie diese Vorgabe, erhalten Sie zinsgünstige Darlehen zur Finanzierung der gesamten Baukosten, wobei sich die Ausgaben der Umweltheizung mit anrechnen lassen. 

Das Besondere ist ein Tilgungszuschuss, der die zurückzuzahlende Kreditsumme um fünf Prozent reduziert, wenn Sie die technischen Vorgaben erfüllen. Kommt die KfW-Förderung der Wärmepumpe für Sie infrage, beantragen Sie die Mittel rechtzeitig vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen über Ihre Hausbank. Diese übermittelt alle Unterlagen an die KfW und zahlt die Kreditsumme letztlich auch aus.

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Fazit von Alexander Rosenkranz

Mit Zuschüssen, steuerlichen Vergünstigungen und Darlehen stellt der Staat Fördergelder für eine Wärmepumpe bereit. Die attraktivste Unterstützung verspricht dabei die BEG-EM-Förderung im Bestand, die Zuschüsse in Höhe von 25 bis 40 Prozent in Aussicht stellt. Wer diese für eine Sanierung zu spät beantragt hat, kann mit dem 20-prozentige Steuerbonus auf eine Alternative ausweichen. Handelt es sich stattdessen um einen Neubau, vergünstigen KfW-Darlehen mit Tilgungszuschuss den Einbau. Voraussetzung ist dann allerdings das Erreichen der Effizienzhausstufe 40 mit Nachhaltigkeitszertifikat.

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