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Verbot von Ölheizungen? Die wichtigsten Fragen und Antworten

  • von André Taggeselle
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Sie heizen mit Öl? Dann haben die Neuigkeiten rund um CO2-Steuer, Austauschpflicht für alte Ölheizungen und Ölheizungs-Verbot in Deutschland Sie möglicherweise verunsichert oder beunruhigt. Höchste Zeit, Klarheit zu schaffen. In dieser Zusammenfassung finden Sie alles, was Sie als Eigentümer von Ölheizungen wissen sollten. 

Verbot von Ölheizungen: Wie ist der aktuelle Stand?

Nach langer Klimadebatte verabschiedete die Bundesregierung das Klimaschutzpaket 2030. Ein elementarer Aspekt sind die Ölheizungen und deren Verbot beziehungsweise deren zukünftig eingeschränkter Einbau. Grundsätzlich geht es darum, den Ausstoß von Treibhausgasen maßgeblich zu reduzieren.

Gewässerschutz beachten: Leben Sie in einem Hochwasser- oder Risikogebiet, gelten zusätzliche Austausch-, Nachrüst- und Einbauverpflichtungen. Diese sollen verhindern, dass Heizöl bei einem Hochwasser ausläuft und in das Erdreich gelangt. Im Beitrag Ölheizung in Hochwassergebieten geben wir einen Überblick über aktuelle Regelungen.

Werden bestehende Ölheizungen verboten?

Nein, ein generelles Verbot, mit Öl zu heizen, ist im aktuellen Klimapaket nicht geplant. Verbaute Ölheizungen können weiterhin betrieben werden. Für Standard-Ölkessel allerdings, die älter als 30 Jahre sind, und bei denen es sich nicht um Brennwert- bzw. Niedertemperaturkessel handelt, gilt: Ölheizung austauschen. Nicht zuletzt hinsichtlich der Heizkosten lohnt sich nach dieser Zeit ein Umstieg ohnehin.

Dürfen weiterhin Ölheizungen eingebaut werden?

Ja, aber ab 2026 nur noch als Hybridsysteme, die erneuerbare Energien einbinden, zum Beispiel mit einer Solaranlage oder Wärmepumpe. Vorher lohnt sich weiterhin der Austausch alter Öl-Heizkessel gegen moderne Öl-Brennwertgeräte. Diese Maßnahme reduziert den Heizölbedarf bereits jetzt um ungefähr 15 Prozent. Auch wer Fördermittel beantragen will, muss sich für die hybride Technik entscheiden und erneuerbare Energieträger mit nutzen. Denn seit 2023 vergibt der Staat nur für diese finanzielle Hilfen.

Regenerative Energien ab 2024 Pflicht: Wichtig zu wissen ist, dass der Staat schon vor 2026 eine generelle Pflicht zur Integration regenerativer Energien plant. Diese soll ab 2024 gelten und einen hohen Anteil erneuerbarer Energien fordern. Ob es dabei um den Einbau einer neuen Gas- oder Ölheizung geht, spielt keine Rolle. Experten gehen davon aus, dass rechtliche Grundlagen im Laufe des Jahres 2023 geschaffen werden und ab 2024 gelten.

© panthermedia.net / DenBoma

Welche Ausnahmen gibt es?

Ausnahmen gibt es für Hybridheizungen und Gebäude, in denen technisch gesehen keine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist. Diese sind von dem ab 2026 geltenden Verbot für Ölheizungen ausgenommen. Die Ausnahmen werden im Gebäudeenergiegesetz (GEG) genauer definiert.

Was müssen Sie jetzt beachten? – Austauschpflicht und Förderung

Eigentümer von Heizsystemen für Öl müssen ihre Anlage jetzt nicht sofort austauschen. Konkreter Handlungsbedarf besteht allerdings für Betreiber veralteter Heizsysteme; vor allem, wenn diese älter als 30 Jahre sind. Denn hier greift die Austauschpflicht nach Paragraph 72 des GEG (Gebäudeenergiegesetz).

Betreiben Sie zurzeit einen Brennwertkessel oder Niedertemperaturkessel für Öl, besteht kein weiterer Handlungsbedarf. Denn nach dem genannten GEG dürfen unter anderem Öl-Brennwertkessel und Niedertemperaturkessel weiterhin betrieben werden. Es ist sogar gestattet, Brennwerttechnik neu einbauen zu lassen. Die folgende Grafik gibt einen Überblick und zeigt Ihnen, ob auch Ihr Kessel von der Austauschpflicht betroffen ist.

© heizung.de

Förderung – Austauschprämie sichern

Eine Förderung für eine Ölheizung gibt es seit 2020 nicht mehr. Aber vor allem im Hinblick der neuen Förderungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen (BEG EM) lohnt sich ein Wechsel zu einem Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien. So bekommen Sie zehn Prozent extra, wenn Sie Ihren alten Ölkessel gegen einen neuen regenerativen Wärmeerzeuger tauschen. Nutzbar ist der sogenannte Heizungs-Austausch-Bonus darüber hinaus auch für den Ersatz alter Gas-, Kohle- oder Stromheizungen.

Entscheiden Sie sich dafür, Ihre alte Ölheizung auszutauschen, lassen Sie sich am besten vor Ort von einem Installateur Ihres Vertrauens beraten. Gemeinsam finden Sie eine passende Lösung. Welche Förderangebote bereitstehen und wie Sie diese richtig nutzen, erklären wir im Beitrag zur Förderung der Heizung.

Fazit von André Taggeselle

Im Rahmen der Eckpunkte des neuen Klimapakets müssen Eigentümer, die mit Öl heizen wollen, Folgendes beachten: Ein grundlegender Neueinbau von Ölkesseln ist ab 2026 nur noch in Ausnahmefällen oder in hybrider Form gestattet, das heißt unter Einbindung erneuerbarer Energien. Auf Basis einer Ölbrennwertheizung kann hier beispielsweise eine Kombination mit Solaranlage oder Wärmepumpe vorgenommen werden. Dasselbe gilt für einen Austausch veralteter Anlagen. Bereits verbaute Ölheizungen sind nicht betroffen. Sie können über 2026 hinaus in Betrieb bleiben, sofern sie nicht von der Austauschpflicht betroffen sind.

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