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Die Lüftungsanlage im Wohnbereich – Arten, Nutzen und Kosten

  • von Philipp Hermann
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Eine Lüftungsanlage ist vereinfacht gesagt eine technische Einrichtung, die Wohnräume mit Frischluft versorgt. Was früher nur in Betrieben und größeren Gebäuden notwendig war, ist heute auch in vielen Wohnbereichen unabdingbar geworden. Was solch eine Einrichtung ausmacht, welche Arten es gibt und wie hoch die Kosten sind, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

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Die Notwendigkeit einer Lüftungsanlage

Der moderne Mensch verbringt einen Großteil seiner Zeit in geschlossenen Räumen. Sind diese nicht gut durchlüftet, bedeutet dies eine Minderung der Lebensqualität. Schließlich enthält verbrauchte Luft nur wenig Sauerstoff, der wiederum für den menschlichen Körper unverzichtbar ist. Hohe Luftqualität trägt außerdem maßgeblich zur Steigerung des körperlichen und geistigen Leistungsvermögens bei. Ein gutes Raumklima verhindert zudem Feuchtigkeitsbildung und beugt Schimmelbildung vor. Um für Frischluft zu sorgen, gibt es zahlreiche Lüftungstechniken: Die bekannteste davon ist das händische Öffnen der Fenster.

Natürliches Lüften ist nicht immer möglich

Um eine hohe Luftqualität gewährleisten zu können, sollte mehrmals am Tag stoßgelüftet werden. Wer berufstätig ist und nicht gerade von Zuhause aus arbeitet, kann diesen Vorschlag nur schlecht umsetzen. Die Folge ist  abgestandene und sauerstoffarme Luft bei der Heimkehr. Hier ist eine  Wohnraumlüftung notwendig. Nicht nur aus Gründen der Lebensqualität ist ein ausreichender Luftaustausch anzustreben. In Neubauten ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 sogar gesetzlich vorgeschrieben. Die Gründe hierfür sind unter anderem die nahezu luftdichte Bauweise und moderne Fenster.

Arten von Lüftungsanlagen

Eine Lüftungsanlage kommt in der Regel in energetisch effizienten Gebäuden wie Neubauten oder sanierte Altbauten zum Einsatz. Auch in sogenannten Passivhäusern sorgt sie für einen konstanten Luftwechsel. Je nach räumlichen Gegebenheiten und Budget kommen drei Lüftungsarten infrage:

Zentrale Lüftungsanlage

Eine zentrale Lüftungsanlage, auch als zentrale Wohnraumlüftung bekannt, zeichnet sich dadurch aus, dass lediglich ein Gerät alle Räume mit Frischluft versorgt. Voraussetzungen dafür sind neben einem leistungsstarken Ventilator vor allem ein breites Netz von Lüftungskanälen, durch das  die Frischluft in  die Räume gelangt. Ein weiterer Unterschied zu ihrem dezentralen Pendant besteht in ihrer Planung. Häufig werden die Lüftungskanäle bereits in der Bauphase in das Mauerwerk integriert und bleiben dadurch nahezu unsichtbar.

In ihrer einfachsten und kostengünstigsten Ausführung besitzt die zentrale Lüftungsanlage nur ein Abluftsystem, das die verbrauchte Luft nach außen abführt. Frischluft hingegen gelangt nur passiv über Gebäudehüllen, Fenster- und Türschlitze ins Haus. Die meisten Geräte verfügen mittlerweile über Zu- und Abluftanlagen, die auf der einen Seite Frischluft aktiv ansaugen und auf der anderen Seite die verbrauchte Luft abführen. Zentrale Systeme eignen sich vor allem zur  Lüftung im Neubau.    

© heizung.de

Dezentrale Lüftungsanlage

Das Besondere an einer dezentralen Lüftungsanlage liegt in ihrer Verteilung. Nicht ein zentrales Gerät ist für die Frischluftversorgung zuständig, sondern einzelne, in den Räumen eingebaute Lüftungsgeräte. Eine dezentrale Lüftungsanlage lässt sich mit geringem Aufwand nachrüsten. Dadurch eignet sie sich bestens für den Einsatz in einem sanierten Altbau oder als Zusatzanlage in Neubauten. Ihr Wirkungsgrad ist im Vergleich zum Ersteren geringer. Ähnlich wie bei der zentralen Lüftungsanlage lässt sich die dezentrale Version auch in zwei Varianten unterteilen: reine Abluftanlage sowie kombinierte Abluft- und Zuluftanlage.

© heizung.de

Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Eine besondere Form der Frischluftversorgung ist eine  Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Dabei entzieht die Anlage der Abluft Wärmeenergie und überträgt sie indirekt auf die frische hereinströmende Außenluft (Zuluft). So kann sie auch im strengsten Winter die kalte Außenluft ohne Zusatzkosten auf mehr als zehn Grad Celsius erwärmen. Damit die Anlage effizient arbeitet, muss die Bauweise möglichst luftdicht sein. Das ist auch der Grund, warum Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung häufig in Neubauten und energetisch sanierten Altbauten zum Einsatz kommen.  Je nach Modell und Hersteller können die Geräte auch die Feuchtigkeit übertragen. Wann und ob sich die Feuchterückgewinnung lohnt, ist immer individuell zu entscheiden.

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Vor- und Nachteile einer Lüftungsanlage zusammengefasst

Die Vorteile einer Lüftungsanlage im Haus liegen auf der Hand: Neben der Erhöhung der Luftqualität beugt der regelmäßige Luftwechsel Schimmelbildung und Schadstoffe vor. Abgase und Straßenlärm bleiben ebenso fern wie Pollen und Allergene, die aufgrund spezieller Filter nicht mehr ins Haus gelangen können. Damit das auch so bleibt, müssen die Filter regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht werden.  

Empfohlen wird ferner ein Routinecheck, der den wirtschaftlichen Betrieb sicherstellt. Beides verursachen Kosten in überschaubarer Höhe. Für den Einsatz einer Lüftungsanlage in Häusern spricht auch die große Produktauswahl. Denn sowohl zentrale als auch dezentrale Anlagen sind in vielen Leistungsbereichen erhältlich. Sie lassen sich somit nahezu überall einsetzen. Nicht zuletzt sorgen Anlagen mit Wärmerückgewinnung für hohe Energieeinsparung, was wiederum vom Staat mit finanziellen Anreizen belohnt wird.    

Nachteile einer Lüftungsanlage

Wie bereits erwähnt, verursacht jede Lüftungsanlage Kosten, und das nicht nur zu Beginn. Auch der laufende Betrieb sowie die regelmäßige Wartung müssen finanziert werden. Nachteilig ist auch der höhere manuelle Aufwand, denn Hausbesitzer müssen die  Wohnraumlüftung reinigen. Darüber hinaus kann der Betrieb einer Lüftungsanlage die relative Luftfeuchtigkeit mindern, so dass einige Nutzer die  Wohnraumlüftung im Winter abschalten  möchten. Das ist allerdings nicht nötig, da auch die Fensterlüftung in der kalten Jahreszeit zu einer sinkenden relativen Luftfeuchte führt.

Kosten für eine Lüftungsanlage im Haus

Bei der Preisbildung spielen neben der Technik auch der Hersteller eine wesentliche Rolle, weshalb genaue Angaben sich kaum wiedergeben lassen. Grundsätzlich gilt, dass zentrale Lüftungsanlagen kostenintensiver sind als dezentrale Geräte. Noch höher sind die Kosten, wenn die Anlagen mit  Wärmerückgewinnung  arbeiten. Die Richtwerte für ein circa 120 Quadratmeter großes Einfamilienhaus mit einer einfachen, dezentralen Lüftungsanlage liegen bei 1.000 bis 2.500 Euro. Soll dasselbe Haus mit einer zentralen Anlage inklusive Wärmerückgewinnung ausgestattet werden, steigen die Kosten auf 4.500 bis 7.000 Euro. Je nach Gebäudegröße, Region und energetischem Zustand fallen die Kosten jedoch unterschiedlich aus. Die nachfolgende Liste zeigt typische Preise:

Dezentrale Anlagen

  • Anlagen zur Versorgung einzelner Räume: 250 bis 1.000 Euro
  • dezentrale Abluftanlagen für Haus oder Wohnung: 1.500 bis 2.500 Euro
  • Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung: 2.000 bis 5.000 Euro

Zentrale Anlagen

  • zentrale Abluftanlagen für Haus oder Wohnung: 1.500 bis 2.500
  • Abluftanlagen in Kombination mit einer Wärmepumpe: 5.000 bis 13.000 Euro
  • Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung: 4.000 bis 10.000 Euro

Förderung für Lüftungsanlagen

Die Wärmerückgewinnungstechnik gibt es sowohl bei zentralen als auch dezentralen Lüftungsanlagen. Energetisch effiziente Gebäude gehen schonend mit Ressourcen um, weshalb der Staat den Einsatz der Wärmerückgewinnungstechnik finanziell unterstützt. Fördermittel erhalten Sanierer und Bauherren dabei gleichermaßen. Während Letztere die Effizienzhausförderung für sich nutzen können, stehen für Maßnahmen im Bestand attraktive Zuschüsse oder steuerliche Vergünstigungen bereit. Im Beitrag zur Förderung der Lüftung informieren wir über die aktuellen Konditionen. Wir erklären, worauf bei Auswahl sowie Einbau zu achten ist und geben Tipps zur richtigen Beantragung der Mittel.  

Fazit von Philipp Hermann

In neuen, energetisch effizienten Häusern ist eine Lüftungsanlage nicht mehr wegzudenken. Es gibt sie in vielen Varianten. Ihre Hauptaufgabe bleibt jedoch gleich: Sie versorgt Wohnräume mit lebenswichtiger Frischluft und beugt Schimmelbildung vor.

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