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Förderung der Hybridheizung: Möglichkeiten, Voraussetzung und Ablauf

  • von Alexander Rosenkranz
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Hybride Heizsysteme verbinden mehrere Technologien in einer Anlage. Sie kombinieren deren Vorteile und sorgen effizient für niedrige Heizkosten sowie Emissionen. Beides sind Gründe, aus denen der Staat eine attraktive Förderung der Hybridheizung anbietet. Wer ein bestehendes Gebäude saniert, kann dabei zwischen Zuschüssen und steuerlichen Vergünstigungen wählen. Wie das funktioniert und welche Alternative zur Förderung der Hybridheizung im Neubau bereitsteht, erklärt der folgende Ratgeber.

  • Fördermittel vor allem für Sanierer: Die attraktivste Förderung der Hybridheizung erhalten Sanierer. Ihnen stehen Zuschüsse von bis zu 35 Prozent zur Verfügung. 
  • Hohe technische Mindestanforderungen: Zuschüsse und steuerliche Vergünstigungen gibt es nur, wenn die hybride Heizungsanlage besonders energiesparend arbeitet.
  • Förderantrag vor der Sanierung einreichen: Für hohe Zuschüsse sind Anträge vor der Auftragsvergabe zu stellen. Nachträglich bleibt der Steuerbonus für die Sanierung.

Hybride Heizsysteme bestehen aus mehr als einem Wärmeerzeuger

Eine klassische Heizungsanlage besteht aus einem Wärmeerzeuger, der thermische Energie für Heizung und Warmwasser bereitstellt. Das ist vergleichsweise einfach zu realisieren, aber nicht für alle Situationen optimal geeignet. Verdeutlichen lässt sich das am Beispiel einer Wärmepumpe. Die Umweltheizung macht Energie aus der Luft, der Erde oder dem Grundwasser zum Heizen nutzbar. Besonders effizient funktioniert das allerdings nur, wenn der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizsystem gering ist. Während das im Heizbetrieb mit einer Flächenheizung gut funktioniert, sinkt der Wirkungsgrad bei der Warmwasserbereitung. Kombinieren Sie die Wärmepumpe mit Solarthermie, lässt sich dies ausgleichen. Denn dann sorgt die Solaranlage zumindest im Sommerhalbjahr allein für warmes Trinkwasser. Die Wärmepumpe bleibt aus oder arbeitet im optimalen Leistungsbereich. Die Hybridanlage kombiniert also nicht nur zwei Wärmequellen, sondern auch deren Vorzüge. Und das hat folgende Vorteile:

  • sinkender Energieverbrauch und Schonung fossiler Ressourcen
  • geringere Heizkosten durch den Einsatz kostenfreier Umweltenergie
  • mehr Sicherheit, da Wärmeerzeugung auf mehrere Geräte verteilt ist
  • Heizsysteme arbeiten effizient im für sie günstigen Leistungsbereich
  • längere Lebensdauer durch die Entlastung einzelner Wärmeerzeuger 

Ein weiterer Vorteil liegt in der Förderung der Hybridheizung, die der Staat an Bauherren und Sanierer vergibt. Steuerboni, Zuschüsse und Darlehen mit Tilgungszuschuss senken die Anschaffungskosten, was letztlich auch der Wirtschaftlichkeit zugutekommt. Die Förderung erfolgt über:

  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  • Finanzamt
© kozirsky / Shutterstock.com

Förderung der Hybridheizung im Bestand: Diese Angebote gibt es

Wer ein bestehendes Gebäude saniert, hat in vielen Fällen Anspruch auf steuerliche Vergünstigungen oder Zuschüsse zur Hybridheizung. Letztere gibt es über die Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen (BEG EM) für den Einbau einer sogenannten EE-Hybridheizung, die ausschließlich auf Erneuerbare-Energien-Anlagen basiert.

Alternativ steht der Steuerbonus für die Sanierung zur Verfügung. Diesen gibt es im Veranlagungsjahr 2022 für EE-Hybridheizungen, Renewable-Ready-Gasheizungen und Gas-Hybridheizungen. Wer die Heizung 2023 einbaut, kann den Steuerbonus nur zur Förderung der EE-Hybridheizung nutzen.

Sanierung mit EE-Hybridheizung: Die BAFA-Förderung verständlich erklärt

Die Hybridheizungs-Förderung vom BAFA erhalten Sanierer mindestens fünf Jahre alter Wohn- oder Nichtwohngebäude. Sie ist in Form von Zuschüssen erhältlich und vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen online über die BAFA-Webseite zu beantragen. Wie hoch die Förderrate ausfällt, hängt von den eingesetzten Wärmeerzeugern ab, wie die folgende Übersicht zeigt: 

  • Förderung der Hybridheizung mit einer Heizungsanlage für feste Biomasse: 20 Prozent
  • Fördermittel für hybride Heizungen ohne Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzel: 25 Prozent 
  • Förderung einer Gas-Hybridheizung mit Brennwerttechnik: 10 bis 30 Prozent für den regenerativen Anteil, wenn es sich nicht um eine Kompaktheizung für mehrere Energieträger handelt

Hinzu kommt ein Zuschuss in Höhe von 50 Prozent für die Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieberater. 

Anrechenbar sind Kosten von bis zu 60.000 Euro pro Wohneinheit und Kalenderjahr im Wohnbereich. Im Nichtwohnbereich erhalten Sanierer die Förderung der Hybridheizung für Kosten von bis zu 1.000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche. Insgesamt liegen die Kostengrenzen bei 600.000 Euro im Wohnbereich und bei fünf Millionen Euro für Nichtwohngebäude.

Wer im gleichen Zuge eine Ölheizung, eine Gasheizung (Gasetagenheizung oder mindestens 20 Jahre alte Gaszentralheizung), eine Kohle- oder Nachtstromspeicherheizung austauscht, erhält eine Extra-Förderung. Diese gibt es mit dem sogenannten Heizungs-Austauschbonus in Höhe von zehn Prozent. Ob für die bestehende Heizung eine Austauschpflicht besteht oder nicht, spielt keine Rolle.

Die Antragstellung erfolgt vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen über die Webseite des BAFA. Direkt nach dem Absenden der Antragsunterlagen können Sie bereits auf eigenes Risiko mit der Sanierung beginnen. Gewissheit verschafft jedoch erst der Zuwendungsbescheid, mit dem auch der Bewilligungszeitraum von 24 Monaten (maximal auf 48 verlängerbar) beginnt.

Wichtig zu wissen: War der Heizungstausch Bestandteil eines Sanierungsfahrplans, konnten Sanierer lange Zeit den iSFP-Bonus nutzen, um fünf Prozent mehr Förderung zu erhalten. Diese Möglichkeit gibt es für BAFA-geförderte Hybridheizungen nicht mehr.

Steuerliche Förderung der Hybridheizung bis 2022 auch für Gasheiztechnik

Sie haben die Antragstellung verpasst oder möchten die BEG für eine andere Maßnahme nutzen? In solch einem Fall steht Ihnen der Steuerbonus für die Sanierung bereit. Diesen gibt es in Höhe von 20 Prozent der Kosten, wenn es um die Sanierung eines mindestens zehn Jahre alten Gebäudes zur Eigennutzung geht. Erhältlich sind bis zu 40.000 Euro, die sich über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuer absetzen lassen. Möglich ist das nachträglich über die Einkommensteuererklärung für den Veranlagungszeitraum, in dem die Sanierung stattfand.

Eine Besonderheit ist, dass Sie die steuerliche Förderung der Hybridheizung bis 2022 auch für gasbasierte Hybridanlagen nutzen können. Unter anderem gilt dies für: 

  • Förderung einer Hybridanlage aus Gasheizung und Wärmepumpe
  • Förderung der Kombination von Gas-Brennwerttechnik und Solar
  • Förderung der Renewable Ready Gasheizung (Gasbrennwertheizung, die für die Installation der erneuerbaren Komponenten bereits mit einer speziellen Regelung und einem passenden Wärmespeicher ausgestattet ist)

Genau wie bei BAFA-geförderten Hybridheizungen gibt es auch hier hohe technische Mindestanforderungen. Erfüllen Sie diese nicht, können Sie den Steuerbonus für Handwerkerleistungen nutzen und 20 Prozent der Lohnkosten von der Steuer absetzen. Diese Möglichkeit besteht jedes Jahr. Voraussetzung ist, dass die Kosten bei Sanierungs- oder Erhaltungsarbeiten an einer selbst genutzten Immobilie anfallen. Die Antragstellung erfolgt nachträglich über die Einkommensteuererklärung.

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KfW-Förderung der Hybridheizung für den Neubau von Effizienzhäusern

Geht es um einen Neubau oder eine ganzheitliche Sanierung und Sie planen den Einbau einer Hybridheizung? Dann gibt es die Förderung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Über das KfW-Programm 261 stehen günstige Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von fünf Prozent zur Verfügung. Diese erhalten Sie jedoch nur für den Bau eines Effizienzhauses/Effizienzgebäudes 40 mit Nachhaltigkeitszertifikat. 

Höhere Tilgungszuschüsse gibt es beim ganzheitlichen Sanieren. Hier hängt die Förderrate von der erreichten Effizienzhaus- /Effizienzgebäude-Stufe ab, wie die folgende Übersicht zeigt:

Effizienzhaus/Effizienzgebäude

Tilgungszuschuss

 

Denkmal

5 %

 

85 (hier nur für Wohngebäude)

5 %

 

70

10 %

 

55

15 %

 

40

20 %

 

Attraktive Boni gibt es für das Heizen mit erneuerbaren Energien (EE-Klasse), den Erhalt eines Nachhaltigkeitszertifikats (NH-Klasse) oder die Sanierung eines besonders alten Gebäudes (Worst-Performing-Building-Bonus).

Wichtig zu wissen ist, dass es die KfW-Förderung der Hybridheizung nicht allein für Wärmeerzeuger gibt. Vielmehr handelt es sich um eine Bau- oder Sanierungsförderung, bei der Sie neben den Baukosten auch die Ausgaben der Hybridanlage anrechnen können.

Wer die Fördermittel beantragen möchte, wendet sich vor Beginn des Vorhabens an die eigene Hausbank. Dazu ist auch die Bestätigung eines Energieberaters erforderlich.

Das Wichtigste im Überblick:

Um den Ausbau regenerativer Energien zu fördern und CO2 einzusparen, vergibt der Staat attraktive Fördermittel für Hybridanlagen. Die wichtigsten Informationen: 

  • Sanierer erhalten hohe Zuschüsse oder steuerliche Vergünstigungen.
  • Bauherren können Darlehen mit Tilgungszuschüssen für sich nutzen.
  • Die Förderrate beträgt abhängig vom Förderprogramm bis zu 35 Prozent.
  • Ein Sanierungsfahrplan bringt seit August 2022 keine Vorteile mehr.
  • Wichtig für die Förderung der Hybridheizung ist die korrekte Antragstellung.

Voraussetzungen für die Förderung der Hybridheizung durch BAFA und Finanzamt

Um Fördermittel für eine Hybridanlage beantragen zu können, sind hohe technische Voraussetzungen zu erfüllen. Das gilt zumindest für den Steuerbonus und die BAFA-Förderung der Hybridheizung. Welche Anforderungen das im Detail sind, hängt von der Art der miteinander kombinierten Heizsysteme ab. Im Allgemeinen geht es um den Verbrauch von mehr als 50 Prozent der Energie in der eigenen Anlage. Die Schadstoffemissionen sollten minimal sein und die Wärmeerzeuger müssen effizient arbeiten. Wichtig ist außerdem, dass ein Fachhandwerker die Maßnahme durchführt und die Einhaltung der Voraussetzungen zur Förderung betätigt. Für den Steuerbonus ist dazu ein Muster-Formular vom Finanzamt auszufüllen.

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Fazit von Alexander Rosenkranz

Kombinieren Sie mehrere Wärmeerzeuger zu einer Hybridheizung, erhalten Sie eine Förderung. Besonders attraktiv ist das für Sanierer, die Zuschüsse von bis zu 35 Prozent für die Hybridanlage bekommen. Alternativ gibt es verschiedene Förderboni für den Fall, dass Sie den Antragszeitpunkt verpasst haben oder die technischen Mindestanforderungen nicht erfüllen. Bauherren erhalten hingegen Darlehen mit Tilgungszuschuss für besonders effiziente und nachhaltige Gebäude.

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