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Lüftung im Neubau: Darauf kommt es an

  • von Alexander Rosenkranz
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Das Gebäudeenergiegesetz fordert neuen Häusern einiges ab. Um die Wärmeverluste zu reduzieren, erhalten diese daher eine effektive Wärmedämmung. Sie werden außerdem mit einer luftdichten Ebene versehen, welche Lüftungswärmeverluste durch Undichtigkeiten minimiert. Damit dennoch ausreichend Frischluft zirkuliert, entscheiden sich viele Bauherren für eine Lüftung im Neubau. Die Anlage stellt den Mindestluftwechsel sicher, sorgt für hygienische Luftverhältnisse und spart wertvolle Heizenergie. Wie das funktioniert, welche Arten es gibt und ob die Lüftung im Neubau Pflicht ist, erklären wir in den folgenden Abschnitten. 

Gründe und Pflichten für Lüftungsanlagen in neuen Häusern

Wie einleitend beschrieben, sind neue Gebäude besonders dicht. Von allein strömt wenig Frischluft herein und Schadstoffe, Gerüche oder Feuchtelasten verbleiben in den Innenräumen. Wenn Sie nicht richtig lüften, kann das den Wohnkomfort herabsetzen und Feuchteschäden wie Schimmelpilze verursachen.

Wohnraumlüftung im Neubau gleicht die Nachteile aus

Mit einer Lüftung im Neubau stellen Sie einen bestimmten Luftwechsel sicher. Ohne die Fenster zu öffnen, zirkuliert dabei ausreichend Außenluft durch Ihr Haus, um Gerüche, Feuchtelasten und Schadstoffe abzuführen. Die frische Luft versorgt Sie mit Sauerstoff. Sie sorgt für hygienische Verhältnisse und eine behagliche Umgebung.

Lüftungsanlage im Neubau ist Pflicht – aber nicht immer

Mit der DIN 1946 Teil 6 ist für jeden Neubau ein sogenanntes Lüftungskonzept zu erstellen. In diesem Zusammenhang prüfen Planer oder Energieberater, ob sich die Lüftungsstufe zum Feuchteschutz unabhängig von den Bewohnern realisieren lässt. Funktioniert das nicht, ist die mechanische Lüftung im Neubau Pflicht. Höhere Lüftungsstufen wie die Nenn- oder die Intensivlüftung sind nur erforderlich, wenn sich Nutzer im Haus befinden. Hier erlaubt die Norm eine unterstützende Fensterlüftung.

© yunava1 / Fotolia

Verschiedene Arten von Lüftungsanlagen verfügbar

Möchten oder müssen Sie eine Lüftung im Neubau installieren, stehen heute verschiedene Arten zur Verfügung. Unterscheiden lassen sich diese grundsätzlich danach, ob sie zentral oder dezentral funktionieren.

Dezentrale Lüftung zum Nachrüsten für Neubau und Sanierung

Dezentrale Lüftungsanlagen bestehen aus einzelnen Geräten in der Wand oder in der Decke. Diese arbeiten abwechselnd oder paarweise, um frische Luft nach drinnen und verbrauchte Luft nach draußen zu befördern. Zum Einsatz kommen dabei meist folgende Systeme:

  • Abluftanlagen: Ventilatoren saugen verbrauchte Luft aus Bädern und Küchen ab. Es entsteht ein Unterdruck im Haus und frische Luft strömt über spezielle Durchlässe in der Fassade nach. Die Abluft wird entweder frei nach außen geblasen oder bei entsprechend hohen Luftvolumenströmen über eine Wärmepumpe geführt. Letztere entzieht den Luftmassen überschüssige Wärme und macht diese zum Heizen oder für die Warmwasserbereitung nutzbar.
  • Zu- und Abluftanlagen: Hier arbeiten zwei Ventilatoren paarweise zusammen. Während der eine frische Luft nach innen befördert, führt der zweite verbrauchte Luftmassen ab. Wechseln die Ventilatoren ihre Richtung, lässt sich die Wärme der Abluft speichern und auf die frische Zuluft übertragen. Die sogenannte Wärmerückgewinnung spart Heizkosten und reduziert Zugerscheinungen.

Der größte Vorteil einer dezentralen Lüftung im Neubau ist ihr geringer Platzbedarf. Die Lüftungsgeräte sitzen alle in Wänden oder Decken und Lüftungskanäle im Haus sind nicht erforderlich. Ein Grund, aus dem die Lösung häufig auch bei Nachrüstarbeiten und Sanierungen zum Einsatz kommt.

Zentrale Lüftung im Neubau mit Wärmerückgewinnung und Heizung 

Die zentrale Lüftung versorgt alle Räume kontrolliert mit frischer Luft. Sie saugt verbrauchte Raumluft über Bäder sowie Küchen ab und sorgt dafür, dass Schadstoffe, Feuchtelasten oder Gerüche nicht in die übrigen Bereiche des Hauses gelangen. Die Luft zirkuliert dabei in Lüftungskanälen durch das Haus. Sie lässt sich über Luftdurchlässe gezielt einblasen, verteilen sowie absaugen und passiert immer ein zentrales Lüftungsgerät. Arbeitet die Lüftungsanlage im Neubau mit Wärmerückgewinnung, überträgt sie Restwärme der Abluft auf die frische Zuluft, um Heizenergie zu sparen.

In energiesparend gebauten Häusern lässt sich die Technik darüber hinaus auch als Luftheizung verwenden. Ein Wärmeerzeuger bringt die Zuluft dabei auf höhere Temperaturen, um alle Räume mit der nötigen Wärme zu versorgen. Klassische Heizsysteme wie Heizkörper oder Fußbodenheizungen sind damit nicht mehr nötig und Bauherren senken unter Umständen ihre Baukosten. Da Luft im Vergleich zu Wasser nur wenig Wärme mitführen kann, lohnt sich das Heizen über die Wohnraumlüftung im Neubau nur bei hoher Gebäudeenergieeffizienz.

Zahlreiche Vorteile sprechen für eine Lüftungsanlage

Der Schutz vor Feuchteschäden und Schimmelpilz, die optimale Lufthygiene und die sinkenden Heizkosten sind nur einige Vorteile der Lüftung im Neubau. Darüber hinaus bieten die Anlagen einen hohen Schallschutz. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft, ermöglichen das Heizen, Kühlen, Be- oder Entfeuchten und sorgen insgesamt für einen hohen Wohnkomfort, ohne die Fenster öffnen zu müssen.

Zu bedenken ist allerdings, dass Lüftungsanlage im Neubau genau wie im Bestand mit einem entsprechenden Wartungsaufwand verbunden sind. Hausbesitzer müssen dabei die Filter reinigen oder austauschen, um niedrige Stromkosten und optimale hygienische Bedingungen sicherstellen zu können.

Kosten und Förderung der Lüftung im Neubau

Wie viel eine Lüftungsanlage im Neubau kosten kann, hängt neben der Art vor allem auch vom Gebäude selbst ab. Je größer dieses ist, umso höher fallen die Preise aus. Überschlägig können Sie hier mit Ausgaben von 1.500 Euro für einfache Abluftanlagen und bis zu 10.000 Euro für vollausgestattete zentrale Lüftungsanlagen rechnen. Übernehmen Fachbetriebe den Filterwechsel und die Wartung, kommen jedes Jahr noch einmal 100 bis 200 Euro hinzu. Wie viel eine Lüftungsanlage im Neubau tatsächlich kostet, zeigt nur das individuelle Angebot eines Fachbetriebes.

Fördermittel senken die Anschaffungskosten der Technik

Bisher förderte der Staat Lüftungsanlagen im Neubau über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Hier gab es attraktive Zuschüsse oder Darlehen für das Erreichen einer Effizienzhaus-Klasse. Nach dem Förderstopp vom 24.01.2022 stehen die Mittel vorübergehend nicht zur Verfügung (Ausnahme: KfW-55-Förderung für Hochwasser-Opfer bis 30.06.2022). Von März/April bis Ende 2022 soll die Förderung für KfW-40-Häuser mit Einschränkungen wieder angeboten werden, bevor ein neues Förderprogramm diese ablöst.

Wer die Lüftungstechnik im Bestand einbaut, kann Kredite und Zuschüsse über die BEG-Förderung für Wohngebäude sowie Einzelmaßnahmen weiterhin nutzen. Seit dem 22. Februar 2022 sind die Mittel wieder uneingeschränkt erhältlich, sofern Antragsteller alle Fördervoraussetzungen erfüllen.

Fazit von Alexander Rosenkranz

Im Neubau ist eine Lüftungsanlage heute fast schon Standard. Die Technik sorgt nutzerunabhängig für den Mindestluftwechsel zum Feuchteschutz, kann bei Bedarf aber auch die Räume heizen. Ausgestattet mit Wärmetauschern zur Wärmerückgewinnung, Schalldämpfern und Filtern sorgt die Lüftung im Neubau für sinkende Heizkosten und mehr Wohnkomfort.

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