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Die Elektroheizung: Haus und Wasser elektrisch heizen

  • von Alexander Rosenkranz
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Kaum ein Heizsystem ist heute so umstritten wie die Elektroheizung. Während sie von Befürwortern für die günstigen Anschaffungskosten und den effizienten Betrieb gelobt wird, argumentieren Gegner mit hohen Betriebskosten und dem Verbrauch fossiler Energien. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte, denn das elektrische Heizen hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Die Funktionsweise einer Elektroheizung, welche Arten man unterscheidet und wann sie sich lohnen, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Was ist eine Elektroheizung?

Eine Elektroheizung, auch elektrische Heizung, Elektro Heizung oder E-Heizung genannt, ist ein System, das für die Beheizung von Räumen oder mit einem Durchlauferhitzer für die Erwärmung von Trinkwasser eingesetzt werden kann. Im Gegensatz zu einer Warmwasserheizung funktioniert das komplett ohne Heizkessel oder aufwendig zu verlegende Rohrleitungen. Denn die Wärme wird nicht zentral, sondern dezentral in den einzelnen Geräten selbst erzeugt.

So ähnlich wie bei einem Tauchsieder erhitzt in der Elektroheizung ein elektrisch leitendes Material, wenn es von Strom durchflossen wird. Die dabei entstehende Wärme kann dann entweder direkt in den Raum abgegeben, an ein Speichermedium übertragen oder zur Warmwasserbereitung genutzt werden.

Ist eine elektrische Heizung umweltfreundlich?

Während im Haus kaum Energie verloren geht – Befürworter sprechen oft von der hohen Effizienz und Umweltfreundlichkeit der elektrischen Heizung - sieht das anders aus, sobald man die gesamte Produktionskette des Energieträgers Strom betrachtet. Denn die Energie für das elektrische Heizen stammt heute zu mehr als 65 Prozent aus fossilen Quellen oder Atomkraftwerken (Quelle: bmwi.de), deren Wirkungsgrade oft unter 40 Prozent liegen. Das heißt: Weniger als die Hälfte der im Brennstoff enthaltenen Energie wird tatsächlich genutzt. 

Zum Vergleich: Eine Gasbrennwertheizung erzeugt die Wärme für Heizung und Warmwasser mit einem Wirkungsgrad von bis zu 98 Prozent. Werden Elektroheizungen dagegen mit einer Anlage für Photovoltaik, KWK oder Ökostrom betrieben, sieht die Umweltbilanz deutlich besser aus. Das gleiche gilt für den Einsatz von Strom aus einem Biomassekraftwerk. Voraussetzung sind hier jedoch oft auch Stromspeicher, die die Unterschiede im Energiebedarf und -angebot ausgleichen.

Welche Arten der Elektroheizung gibt es?

Entscheiden sich Hausbesitzer dafür, elektrisch zu heizen, stehen ihnen heute unterschiedliche Systeme zur Auswahl. Diese sind:

© dechevm / Fotolia

Elektrodirektheizung – elektrisch heizen ohne Speicher

Die einfachste Art der Elektroheizung ist die Direktheizung, bei der die Wärme eines stromdurchflossenen Leiters unmittelbar an den Raum abgegeben wird. Ein typisches Beispiel dafür ist der Heizlüfter. Dieser saugt die kalte Raumluft mit einem Ventilator an, leitet sie über eine Heizwendel und bläst sie wieder in den Raum. Je nach Heizleistung des Geräts kann die Temperatur im Raum schnell ansteigen. Ähnlich wie Heizlüfter funktioniert die elektrische Heizung auch via Konvektoren. Diese können als Einzelgeräte aufgestellt, oder wie ein Heizkörper an der Wand montiert werden.

Die Elektroheizungen erhitzen die Raumluft, in dem sie diese mit einem Gebläse über ein integriertes Heizelement leiten. So sorgen sie für angenehme Lufttemperaturen. Die Geräte eignet sich auch als Gewächshausheizung. Um die Luft in Lufterhitzern oder Konvektoren elektrisch aufzuheizen, müssen die Heizelemente auf hohe Temperaturen gebracht werden. Das hat jedoch einen hohen Stromverbrauch zur Folge.

Infrarotheizungen übertragen wohlige Wärme an feste Körper 

Anders ist das bei einer Infrarotheizung. Diese transportiert die Wärme in Form von Strahlung über große Flächen und kommt wie eine Fußbodenheizung oder Wandheizung mit niedrigen Oberflächentemperaturen aus. Die Wärme wird dabei nicht an die Luft, sondern nur an feste Körper übergeben. Während es im Wirkbereich einer Infrarot-Elektroheizung sehr schnell warm wird, ist es kalt, sobald man die bestrahlte Zone verlässt. So zumindest bei einzeln aufgestellten Heizplatten oder Strahlern, wie sie zum Beispiel in Restaurants zum Einsatz kommen, um den Außenbereich im Spätsommer oder Herbst angenehm warmzuhalten. Als Alleinheizung erwärmen Infrarotheizungen Wände und Möbel im Haus, die dann wiederum Wärme abstrahlen. Auf diese Weise profitieren Bewohner in großen Bereichen von der wohligen Strahlungswärme.

Im Gegensatz zu Heizlüftern oder Konvektoren, die oft als sperrige Geräte irgendwo im Raum aufgestellt werden müssen, können die Heizflächen der Infrarot-Elektroheizung versteckt installiert werden. Zum Beispiel bedruckt mit Bildern an der Wand oder als Heizleiste unmittelbar über dem Boden. 

© Sinuswelle / Fotolia

Elektroheizpatronen zum Einbau in Heizkörpern 

Eine weitere Möglichkeit direkt elektrisch zu heizen, besteht mit sogenannten Heizeinsätzen. Dabei wird eine sogenannte Elektroheizpatrone direkt in einem Heizkörper montiert. Fließt Strom, erhitzt sie das Wärmeträgermedium im Inneren und sorgt so für angenehme Temperaturen. Sinnvoll ist das zum Beispiel bei einem Badheizkörper, der als Zusatzheizung in Räumen mit Fußbodenheizung wirkt. Auf diese Weise lassen sich die ohnehin nur kurzzeitig genutzten Bäder über die Flächenheizung temperieren und mit der elektrischen Heizung schnell aufheizen.

Vor- und Nachteile von Elektrodirektheizungen

VORTEILE NACHTEILE
geringer Installationsaufwand hohe Kosten bei dauerhaftem Betrieb
Steckdosenanschluss meist ausreichend eher schlechte CO2-Gesamtbilanz, wenn ohne Ökostrom
eher günstige Anschaffungskosten  

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Nachtspeicherheizung – elektrisch heizen mit günstigem Nachtstrom

Auch eine Nacht- oder Elektrospeicherheizung erzeugt Wärme, indem ein elektrischer Leiter von Strom durchflossen wird. Im Gegensatz zu Direktheizungen geht die Energie in diesen Elektroheizungen aber nicht direkt an den Raum, sondern erst einmal in einen integrierten Speicher. Dieser kann zum Beispiel mit günstigerem Nachtstrom aufgeladen werden und die Wärme zeitversetzt am darauffolgenden Tag abgeben. Wichtig zu wissen ist, dass heute nicht alle Energieversorger die günstigeren Nachtstromtarife anbieten und dass man einen zusätzlichen und gebührenpflichtigen Stromzähler braucht, der dies erfasst. Moderne Nachtspeicherheizungen können wie Heizkörper stehend oder hängend an der Wand montiert werden und geben einen Großteil der Wärme über Konvektion, also direkt an die Luft, ab.

Vor- und Nachteile von Nachtspeicherheizungen

VORTEILE NACHTEILE
vergleichsweise günstig in der Anschaffung Heizen mit Strom eher teuer
einfach aufzustellen spezieller Zähler notwendig für Nachtstrom
nur ein Stromanschluss notwendig eher schlechte CO2-Gesamtbilanz, wenn kein Ökostrom

Elektro-Fußbodenheizung – hohe Behaglichkeit mit hohen Kosten

Eine Warmwasser-Fußbodenheizung (siehe unten im Bild) besteht aus Rohrschlangen, die direkt im Fußbodenaufbau verlegt werden müssen. Vor allem im Altbau ist das oft nur mit großem Aufwand möglich. 

Mit einer Elektrofußbodenheizung können Hausbesitzer auch einfacher von den Vorteilen einer Flächenheizung profitieren. Denn bei dieser können die dünnen Heizmatten direkt unter dem neuen Bodenbelag verlegt werden. Wie bei herkömmlichen Warmwasser-Flächenheizsystemen schafft auch die Elektroheizung ein angenehmes Raumklima. Aber: Der dauerhafte Betrieb mit Strom verursacht hohe Heizkosten. So werden für jede Kilowattstunde etwa 28 Cent fällig. Eine Gas-Brennwerttherme stellt die Raumwärme dabei überschlagen für sechs bis sieben Cent je Kilowattstunde – also für weniger als die Hälfte – zur Verfügung.

© Ingo Bartussek / Fotolia

Vor- und Nachteile einer elektrischen Fußbodenheizung

VORTEILE NACHTEILE
einfache & platzsparende Montage hohe Verbrauchskosten bei dauerhaftem Betrieb
hohes Wärmewohlbefinden im jeweiligen Raum eher schlechte CO2-Gesamtbilanz, wenn kein Ökostrom
eher günstig in der Anschaffung  

Elektrische Warmwasserbereiter – warmes Wasser ohne Heizung

Genau wie das elektrische Heizen funktioniert auch die Warmwasserbereitung mit Strom. Möglich ist das zum Beispiel mit Durchlauferhitzern, kleinen Geräten Mini-Heizungen oder Mini-Durchlauferhitzer, die in der Nähe der jeweiligen Entnahmestelle angebracht und einfach an die Steckdose angeschlossen werden. Wird der Wasserhahn geöffnet, fließt auch hier Strom und ein Heizblock erwärmt das Wasser. Ohne lange Anbindeleitungen zwischen Heizzentrale und Entnahmestelle sinken die Wärmeverluste dabei auf ein Minimum. Je nach Bedarf können die dezentralen Durchlauferhitzer mit Leistungen von etwa drei bis über 20 Kilowatt für die Versorgung einzelner Waschbecken bis hin zu Duschen oder Badewannen eingesetzt werden. Wichtig zu wissen ist nur, dass mit dem Anschluss von Geräten höherer Leistungen auch Maßnahmen am Stromnetz im Haus erforderlich sind. So kann zum Beispiel der Einbau von einem Lastabwurfrelais nötig sein. 

Eine Alternative zu dezentralen Durchlauferhitzern sind elektrisch betriebene Kleinspeicher. Diese heizen regelmäßig eine kleine Menge Trinkwasser auf und halten diese für den Bedarf vor. Elektro-Kleinspeicher haben ein Fassungsvermögen von fünf oder zehn Litern und kommen auch mit einer kleineren Anschlussleistung aus. Sie werden zur Versorgung von Waschbecken oder Küchenspülen eingesetzt und verlieren durch eine gute Wärmedämmung nur sehr wenig Energie. 

Vor- und Nachteile der elektrischen Warmwasserbereitung

VORTEILE NACHTEILE
warmes Wasser kann auch ohne zentrale Heizungsanlage gezapft werden begrenzte Durchflussmenge, selten können mehrere Entnahmestellen gleichzeitig versorgt werden
minimale Energieverluste durch kurze Anbindeleitung Energiekosten entsprechen Stromkosten
eher geringe Anschaffungskosten Brandgefahr, wenn das Stromnetz nicht an die höhere Anschlussleistung der Geräte angepasst wird
einfache Montage von Geräten mit kleiner Leistung  
© heizung.de

Was kostet eine elektrische Heizung und wann lohnt sie sich?

Auch wenn die einzelne Elektroheizung viele Vorteile hat, wird sie dennoch mit Strom betrieben. Mit jeder Kilowattstunde Wärme entstehen so Kosten von rund 30 Cent. Vergleicht man das mit der zentralen Energieerzeugung, kann eine Gasheizung die Wärme für Heizung und Warmwasser überschlagen für etwa sechs bis sieben Cent je Kilowattstunde bereitstellen. Auch wenn die Kosten durch Wärmeverluste der Anlage noch etwas steigen, ist das deutlich günstiger als das Heizen mit Strom.

Hybrid-Elektroheizung: als Zusatzheizung optimal geeignet

Trotz dessen kann sich auch die elektrische Heizung lohnen. Und zwar immer dann, wenn sie in zeitweise beheizten oder selten genutzten Gebäuden installiert wird. Ein Beispiel dafür sind Gartenhäuser. Denn hier liegen die Kosten für eine zentrale Anlage zur Wärmeerzeugung deutlich über den Ausgaben, die eine Elektroheizung verursacht. Oder wenn das Haus so stark gedämmt ist, dass der Wärmebedarf extrem niedrig ist. Darüber hinaus kann eine Elektroheizung ihre Vorteile auch als Zusatzheizung voll ausspielen. Die Hybrid-Elektroheizung kombiniert dann das Stromheizsystem mit einer konventionellen Heizanlage. Während Letztere sparsam für eine gewisse Grundtemperatur sorgt, bringen mit Strom betriebene Lösungen Wohnräume in Kürze auf Wohlfühltemperatur. Besonders günstig ist es, wenn auch Photovoltaik den Elektroheizungs-Hybrid ergänzt. Der Strom kommt dann kostenfrei vom eigenen Dach. Der Verbrauch ist hierbei in der Regel so gering, dass die Heizkosten der Hybrid-Elektroheizung unterm Strich fallen.  

Nicht zuletzt belegt die Elektroheizung bei der Frage, welche Heizung ist am günstigsten, den ersten Platz – zumindest in der Anschaffung. Wer für den Einbau eine Handwerksfirma beauftragt (dringend empfohlen!) bekommt sogar Förderung für die Elektroheizung.

Die Elektroheizung in Alt- und Neubauten

Aufgrund ihrer unkomplizierten Aufstellmöglichkeit eignen sich Elektroheizungen sowohl für Neu- als auch für Altbauten. Vor allem der Einsatz moderner Nachtspeicheröfen kommt für viele Interessenten infrage, sofern diese den vergünstigten Heizstrom nutzen können. Sie eignen sich durch die integrierten Speicher aber auch zum Betrieb mit Photovoltaik.

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die elektrische Heizung ist schnell einsatzbereit und zumindest in der Anschaffung auch günstiger als mit einer zentralen Warmwasserheizung. Dennoch dürfen auch die hohen Betriebskosten nicht außer Acht gelassen werden. Soll eine Elektroheizung zum dauerhaften Betrieb eingesetzt werden, ist sie gegenüber einer konventionellen Heizungsanlage oft nicht wirtschaftlich.

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