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Heizkosten: erfassen, vergleichen und sparen

  • von Alexander Rosenkranz
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Die Heizkosten nehmen einen immer größeren Teil der monatlichen Ausgaben ein. Denn neben dem Verbrauch im eigenen Haus hängen sie direkt von den ständig steigenden Energiepreisen ab. Wer hier sparen möchte, sollte seine Heizkosten zunächst korrekt erfassen. Ein Vergleich mit Durchschnittswerten hilft, Einsparpotenziale zu entdecken und die richtigen Sparmaßnahmen zu finden.  

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Die Heizkosten pro Monat richtig erfassen  

Wer seine Heizkosten nicht kennt, kann kaum einschätzen, ob der eigene Verbrauch optimal oder doch eher viel zu hoch ist. Ganz unkompliziert funktioniert die Heizkostenerfassung dabei vor allem in Häusern oder Wohnungen mit Etagenheizung.

Heizkosten mit eigener Heizungsanlage richtig erfassen

Wer über eine eigene Heizungsanlage verfügt, hat es gut: Denn dann funktioniert die Heizkostenerfassung sehr einfach. Dazu müssen Verbraucher lediglich ihren Brennstoffverbrauch messen. Möglich ist das, indem sie bei einer Gasheizung die Zählerstände ablesen und dokumentieren. Die Differenz zweier Werte entspricht dabei dem Brennstoffverbrauch im dazwischenliegenden Zeitraum. Auf die gleiche Weise gehen Hausbesitzer vor, die den Stromverbrauch einer Wärmepumpe erfassen möchten. Bei Ölheizung oder Pelletkessel müssen Hausbesitzer hingegen die Liefermenge dokumentieren. Diese entspricht dabei dem Brennstoffverbrauch seit der letzten Brennstofflieferung.

Steht der Brennstoffverbrauch fest, lassen sich die Heizkosten ganz einfach berechnen. Dazu ist der Verbrauch an Brennstoffen mit dem aktuellen Energiepreis zu multiplizieren.

  • Heizkosten berechnen (Formel für eigene Heizung): Brennstoffverbrauch x Brennstoffpreis = Heizkosten

Die Energiepreise für Erdgas, Heizöl, Flüssiggas oder Holzpellets unterliegen regelmäßigen Schwankungen. Die folgende Tabelle zeigt Preise im Überblick (Stand: Juni 2023):

ENERGIETRÄGER  Aktueller BrennstoffpreisAKTUELLER ENERGIEPREIS
Haushaltsstrom  28,42 Ct/kWh28,42 Ct/kWh
Heizstrom26,24 Ct/kWh26,24 Ct/kWh
Erdgas  99 Ct/m³8,99 Ct/kWh
Heizöl  90,8 Ct/l9,08 Ct/kWh
Flüssiggas  63,75 Ct/l9,04 Ct/kWh
Scheitholz120,11 bis 156,23 Euro/Rm10,16 – 10,55 Ct/kWh
Holzpellets  39,22 Ct/kg8,17 Ct/kWh
Holzhackschnitzel  18,60 Ct/kg4,65 Ct/kWh

Verordnung regelt Heizkostenerfassung im Mehrfamilienhaus  

Haben Verbraucher keinen Zugriff auf die Heizung, sind sie zur Erfassung der Heizkosten meist auf die Heizkostenabrechnung angewiesen. Diese verteilt die Kosten der Heizung in einem Haus fair auf alle Parteien. Nach aktuell gültiger  Heizkostenverordnung  setzten sich die Kosten eines Einzelnen dabei aus einem flächen- und einem verbrauchsabhängigen Anteil zusammen. Auf diese Weise lassen sich auch die allgemeinen Verluste auf alle Haushalte aufteilen. Zur Heizkostenerfassung kommen dabei Heizkostenverteiler und  Wärmezähler zum Einsatz. Die folgende Tabelle zeigt, was beide voneinander unterscheidet.

HEIZKOSTENVERTEILER  WÄRMEMENGENZÄHLER
Die kleinen Geräte befinden sich direkt am Heizkörper und messen die Differenzen zwischen der Heizmittel- und der Raumtemperatur. Sie addieren alle Werte einer Abrechnungsperiode auf und lassen einen Rückschluss auf die entsprechenden Heizkosten zu.  Wärmemengenzähler bestehen aus Durchfluss- und Temperaturfühlern, die an einen Mikrocomputer angeschlossen sind. Während der  Durchflussmesser  den Heizwasserdurchfluss erfasst, messen Temperaturfühler die Temperaturen im Vor- und im Rücklauf. Der Mikrocomputer wertet alle Daten aus und errechnet den Wärmeverbrauch.

Wer einen Wärmemengenzähler in der Wohnung hat, kann diesen regelmäßig ablesen. Die Differenz zweier Werte entspricht dabei dem Verbrauch im dazwischenliegenden Zeitraum. Um die  Heizkosten zu berechnen, müssen Verbraucher die Ergebnisse anschließend mit dem aktuellen Energiepreis des jeweiligen Rohstoffs multiplizieren.

  • Heizkosten berechnen (Formel mit Wärmezähler): Wärmeverbrauch x Energiepreis = Heizkosten

Wer über Heizkostenverteiler verfügt, kann die realen Ausgaben hingegen nur nach der jährlichen Abrechnung erfassen. Erste Anhaltswerte gibt allerdings auch eine überschlägige Berechnung. Dazu multiplizieren Verbraucher die Wohnfläche mit dem Endenergiebedarf oder -verbrauch aus dem  Energieausweis  und dem Energiepreis des eingesetzten Rohstoffs.

  • Heizkosten berechnen (Formel für Energieausweis): spezifischer Endenergiebedarf oder –verbrauch x Wohnfläche x Energiepreis = Heizkosten  
© designer491 – stock.adobe.com

Heizkosten vergleichen: Einsparpotenziale erkennen  

Liegen die eigenen Heizkosten pro Monat im grünen Bereich oder sind sie deutlich höher als der Durchschnitt? Ein Heizkostenvergleich sorgt hier für Klarheit. Wichtig: Fundierte Aussagen lassen sich dabei nur geben, wenn Verbraucher ihre Kosten an denen ähnlicher Gebäude oder Wohnungen messen. Denn neben dem eigenen Verhalten wirken sich auch Faktoren wie Größe, energetischer Zustand oder Lage auf die Kosten einer Heizperiode aus.

Zahlreiche Vergleichsdaten liefert dazu der Heizspiegel der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online, der jährlich erscheint. Er basiert auf Abrechnungsdaten von über 60.000 Haushalten und hilft, die eigenen Heizkosten pro Monat oder Jahr richtig einzuschätzen. Die folgende Tabelle zeigt die Heizkosten pro Quadratmeter und Jahr für Einfamilienhäuser und Wohnungen in größeren Mehrfamilienhäusern (Heizspiegel 2022).

ENERGIEVERBRAUCH UND
ENERGIEKOSTEN IM JAHR
IN GEBÄUDEN
MIT 100 BIS 250 M²  
NIEDRIG  MITTEL  ERHÖHT
Erdgasbis 95 kWh/m²a
bis 9,00 €/m²a  
bis 166 kWh/m²a
bis 13,90 €/m²a  
bis 262 kWh/m²a
bis 20,10 €/m²a
Heizölbis 108 kWh/m²a
bis 10,40 €/m²a  
bis 171 kWh/m²a
bis 14,60 €/m²a  
bis 256 kWh/m²a
bis 20,20 €/m²a
Fernwärmebis 84 kWh/m²a
bis 10,20 €/m²a  
bis 143 kWh/m²a
bis 15,40 €/m²a  
bis 248 kWh/m²a
bis 24,70 €/m²a
Wärmepumpebis 27 kWh/m²a
bis 9,30 €/m²a  
bis 43 kWh/m²a
bis 13,00 €/m²a  
bis 96 kWh/m²a
bis 25,90 €/m²a
Pelletsbis 70 kWh/m²a
bis 5,90 €/m²a  
bis 139 kWh/m²a
bis 9,10 €/m²a  
bis 238 kWh/m²a
bis 13,30 €/m²a

Einen Überblick über die Heizkosten verschiedener Heizungsanlagen geben wir im Beitrag  Heizkostenvergleich.

Heizkosten sparen: 5 Tipps im Überblick

Liegen die Heizkosten im Vergleich weit über dem Durchschnitt, lohnt es sich, Einsparmaßnahmen zu ergreifen. Aber welche helfen dabei am besten? Die folgende Übersicht zeigt die 5 effektivsten Sparmaßnahmen:

  • Heizung abgleichen und regelmäßig entlüften
  • Rohrleitungen im Keller nachträglich dämmen
  • Regelung der Heizungsanlage optimal einstellen
  • Wärmeerzeuger regelmäßig warten lassen
  • Alte und ineffiziente Kessel durch neue tauschen

Im Beitrag Heizkosten sparen geben wir viele weitere Tipps, die zu spürbar sinkenden Ausgaben führen und erklären, wie sich diese umsetzen lassen.

FAQ

Was ist der Primärenergiebedarf und wie beeinflusst er die Heizkosten?

Der Primärenergiebedarf ist die Menge an Energie, die zur Deckung des Endenergiebedarfs notwendig ist – einschließlich der Verluste, die bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der Energie entstehen. Er ist ein wichtiger Indikator für die Energieeffizienz eines Gebäudes. Ein niedriger Primärenergiebedarf bedeutet, dass weniger Energie aufgewendet werden muss, um ein Gebäude zu beheizen, was die Heizkosten senkt. Maßnahmen zur Reduzierung des Primärenergiebedarfs umfassen die Verbesserung der Gebäudedämmung, den Einsatz effizienter Heizsysteme und die Nutzung erneuerbarer Energien.

Wie funktioniert die Heizlastberechnung und warum ist sie wichtig?

Die Heizlastberechnung ermittelt die notwendige Wärmezufuhr, um ein Gebäude auf die gewünschte Temperatur zu bringen und diese aufrechtzuerhalten – selbst bei den kältesten Außentemperaturen. Diese Berechnung berücksichtigt Faktoren wie Gebäudegröße, Dämmung, Fensterflächen und die thermischen Eigenschaften der Baumaterialien. Eine präzise Heizlastberechnung ist entscheidend, um ein Heizsystem optimal auszulegen, Überdimensionierung zu vermeiden und somit Energieeffizienz und Kosteneinsparungen zu maximieren.

Was ist ein hydraulischer Abgleich und wie hilft er Heizkosten zu sparen?

Der hydraulische Abgleich ist ein Verfahren zur Optimierung der Wärmeverteilung in einem Heizsystem. Dabei werden alle Heizkörper im System so eingestellt, dass jeder Raum genau die benötigte Menge an Heizwasser erhält. Dies verhindert, dass einige Heizkörper zu viel und andere zu wenig Wärme erhalten. Ein korrekt durchgeführter hydraulischer Abgleich erhöht die Effizienz des gesamten Heizsystems, verbessert den Wohnkomfort und kann die Heizkosten um bis zu 15 % senken. Zudem reduziert er den Verschleiß der Heizanlage und trägt zu einer längeren Lebensdauer bei.

Wie beeinflusst der Einsatz erneuerbarer Energien den Primärenergiebedarf und die Heizkosten?

Der Einsatz von Systemen, die erneuerbare Energien nutzen, wie Solarthermie, Wärmepumpen oder Biomasseheizungen, kann den Primärenergiebedarf erheblich senken. Diese Systeme nutzen natürliche Energiequellen, die weniger energieintensiv in der Gewinnung und Bereitstellung von Strom sind. Dadurch verringert sich der Bedarf an fossilen Brennstoffen, was die CO₂-Emissionen reduziert und gleichzeitig die Heizkosten langfristig senkt. Zudem gibt es staatliche Förderprogramme, die den Umstieg auf erneuerbare Energien finanziell unterstützen und die Investitionskosten abfedern.

Fazit von Alexander Rosenkranz

Viele Verbraucher wissen nicht, wie hoch die Einsparpotentiale im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung sind. Der Grund: Sie kennen ihre Heizkosten nicht oder können diese nicht richtig einschätzen. Wer die monatlichen Verbrauchswerte dokumentiert und mit Durchschnittswerten vergleicht, findet schnell heraus, ob sich die Kosten senken lassen. Ist das der Fall, verhelfen oft schon einfache Maßnahmen zu spürbar besseren Ergebnissen.

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