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Einspeisegebühr: Kommen Strafen für die Einspeisung von PV-Strom?

  • von Alexander Rosenkranz
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Wer zu Spitzenzeiten Strom in das öffentliche Netz einspeist, muss eine sogenannte Einspeisegebühr zahlen. Das gilt zumindest in den Niederlanden, wo die Regierung zahlreiche Maßnahmen getroffen hat, um Netze zu stabilisieren und die Kosten der Regulierung zu senken. Doch was gilt in Deutschland? Sind Einspeisegebühren hier ebenfalls geplant? Wir informieren und zeigen auf, wie sich die Photovoltaik auch ohne Vergütung rechnet.

Netzentgelte und Einspeisegebühren für Photovoltaik-Betreiber

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, muss sich in den Niederlanden an den Netzkosten beteiligen. So verlangt der Staat bereits seit 2024 die Zahlung von Netzentgelten. Je nach Größe der PV-Anlage zahlen Besitzer dabei zwischen 100 und 697 Euro pro Jahr dafür, dass sie Strom in das öffentliche Netz einspeisen dürfen. Aber nicht nur das: Wer bei einem Überangebot im Netz Strom einspeist, zahlt bei unseren Nachbarn sogar eine Einspeisegebühr für jede Kilowattstunde.

Grund sind teure Maßnahmen zur Regulierung der Stromnetze

Vor allem die Einspeisegebühren sollen helfen, die Einspeisung zu Spitzenzeiten zu reduzieren. Verbraucher sollen Strom selbst nutzen und an den Kosten teurer Regulierungsmaßnahmen beteiligt werden, wenn diese durch ein Überangebot erforderlich sind. Möglich ist es dabei zum Beispiel, Stromspeicher, steuerbare Verbraucher wie die Wärmepumpe oder Elektroautos mit entsprechender Ladetechnik nachzurüsten.

Flexibilisierung der Netze und Ausbau erneuerbarer Energien

Einspeisegebühren wie in den Niederlanden schaffen finanzielle Anreize, die PV-Anlage zur Eigenversorgung auszulegen. Sie helfen, die Netze zu flexibilisieren und die Kosten der Stabilisierung wesentlich zu senken. Beides ermöglicht es, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Das reduziert den Einsatz fossiler Rohstoffe sowie den Ausstoß von CO₂ und schont die Umwelt.

Deutschland plant vorerst keine Einspeisegebühren für PV-Besitzer

Genau wie die Niederlande steht auch Deutschland vor großen Herausforderungen, wenn es um den weiteren Ausbau der Erneuerbaren geht. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat das erkannt und plant eine kosteneffiziente sowie faire Regelung, ohne die Ausbauziele aus den Augen zu verlieren. Eine Einspeisegebühr nach niederländischem Beispiel ist dabei aktuell jedoch nicht geplant.

Wir werden die Erneuerbaren also weiter ausbauen – das Förderregime erfolgt künftig system- und marktorientiert. Das System muss kosteneffizienter werden.

Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, im 10-Punkte-Plan für die Energiewende

Streichung der Einspeisevergütung und Pflicht zur Direktvermarktung

Anstelle einer Gebühr für die Einspeisung von Solarstrom zu verhängen, strich die Regierung die Vergütung zu Zeiten negativer Strompreise. Während diese Regelung aus dem Solarspitzengesetz bereits seit Frühjahr 2025 für Neuanlagen gilt, soll die Einspeisevergütung hierzulande 2027 komplett entfallen. Stattdessen verpflichtet die Regierung Besitzer neuer PV-Anlagen dann zur Direktvermarktung. Im Beitrag „Solarförderung fällt: Rechnet sich PV noch?“ berichteten wir bereits darüber.

Wichtig zu wissen: Die Regelungen gelten grundsätzlich nur für Neuanlagen. Wer bereits eine Photovoltaikanlage betreibt, erhält die Einspeisevergütung weiter. Ein freiwilliger Wechsel zum neuen System ist jedoch möglich.

Von maximaler Einspeisung hin zu hohem Eigenverbrauch  

Lohnt sich die Photovoltaik trotz Einspeisegebühr oder Direktvermarktung ohne feste Vergütung überhaupt noch? Diese Frage stellen sich immer mehr Hausbesitzer, die über die Installation der Technik nachdenken. Und die Antwort lautet: Ja, zumindest bei optimaler Auslegung. Lag der Fokus früher noch auf hoher Einspeisung, sollte die Technik heute maximalen Eigenverbrauch ermöglichen.  

Es lohnt sich für Haushalte, insbesondere wenn sie mit dem Strom auch eine Wärmepumpe betreiben oder ihr E-Auto laden, ist aber auch für die Stabilität des Stromnetzes von Vorteil. Der Strom wird dann direkt dort produziert, wo er verbraucht wird, ohne je im Stromnetz gewesen zu sein.

Christoph Kost, Abteilungsleiter für Energiesystemanalyse am Fraunhofer ISE

Stromspeicher und steuerbare Verbraucher immer wichtiger

Installieren Sie eine klassische PV-Anlage auf dem Dach, bleiben in der Regel 20 bis 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms auch im eigenen Haus. Kombinieren Sie die Anlage mit Speicher, Wärmepumpe und/oder E-Auto-Ladestation, steigt die Rate auf 60 bis 90 Prozent. Sie müssen nur noch wenig Strom aus dem öffentlichen Netz zukaufen und profitieren nachhaltig von sinkenden Kosten. Stromspeicher und steuerbare Verbrauchseinrichtungen lohnen sich dabei nicht nur für Sie als Verbraucher, sondern auch für die öffentlichen Netze. Das bestätigt auch Christoph Kost, Abteilungsleiter für Energiesystemanalyse am Fraunhofer ISE.

Wärmepumpen verbrauchen Strom, wenn er günstig ist

Vor allem die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe gilt dabei als besonders lukrativ. Denn mit der passenden Regelung verbraucht die Umweltheizung Strom automatisch dann, wenn er im Überschuss vorhanden oder gerade besonders günstig ist. Die erzeugte Wärme speichert sie daraufhin in einem Speicher (Puffer- und/oder Warmwasserspeicher) sowie im Haus, bis der Wärmebedarf entsprechend steigt.

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