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Gewusst wie: Die Fußbodenheizung optimal einstellen

  • von Philipp Hermann
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Eine Fußbodenheizung lässt sich genauso wie ein klassischer Heizkörper optimal einstellen. Das sorgt nicht nur für hohen Komfort, sondern Sie sparen auch bares Geld damit. Denn mit der richtigen Einstellung Ihrer Fußbodenheizung lässt sich der Energieverbrauch merklich reduzieren. Was Sie alles einstellen können und welche Wirkung diese Anpassungen jeweils haben, finden Sie, ebenso wie hilfreiche Tipps, im nachstehenden Beitrag. 

Mit dem Thermostat die Fußbodenheizung einstellen

Einstellungen können Sie unmittelbar am Raumthermostat der Fußbodenheizung vornehmen. In der Regel besitzt die Bodenheizung ein von den primären Heizkörpern getrenntes Thermostat. Deshalb lässt sich diese vollständig losgelöst regulieren. Die hier genannten Angaben, vor allem hinsichtlich der Zeit, verstehen sich als ein grober Standard. Je nach Modell und Hersteller kann es durchaus vorkommen, dass sich eine Fußbodenheizung unterschiedlich verhält. Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass sich elektrische Fußbodenheizungen von den Warmwasser-Fußbodenheizungen stark unterscheiden. Jene, die mit Strom betrieben werden, sind viel schneller einsatzbereit. Darüber hinaus gilt für beide Typen, dass sich Aufwärm- und Abkühlphasen je nach Bodenbelag stark unterscheiden. Achten Sie hier am besten auch auf Angaben der Hersteller und Hinweise des Installateurs. 

Auf die Abkühl- und Aufwärmphase achten

Am Thermostat lassen sich zeitliche Einstellungen vornehmen. Achten Sie darauf, dass die Abkühlphase in der Regel zwei Stunden dauert. Möchten Sie also ab 22 Uhr nicht mehr heizen, sollten Sie die Fußbodenheizung so einstellen, dass sich diese bereits um 20 Uhr abstellt. Zugleich besitzen Bodenheizungen eine Aufwärmphase von rund drei Stunden, bevor die gewünschte Temperatur erreicht wird. Diese gilt es ebenfalls einzustellen, wenn Sie beispielsweise schon am Morgen in kuscheliger Atmosphäre aufwachen möchten.

Hinweis: Arbeiten Sie mit festen Abschaltzeiten wie einer Nachtabsenkung, sollten Sie insbesondere die Aufwärmphase im Blick haben.

Die passende Raumtemperatur für sich finden

Es gibt keine Vorschriften, welche Raumtemperatur Sie einstellen müssen. Entscheidend sind hier sehr individuelle Einflüsse wie die Größe des Raums, der Bodenbelag, das individuelle Heizverhalten sowie das Empfinden von Wärme. Ebenso spielt auch die Art des Raumes eine Rolle und wie oben bereits kurz angesprochen auch die Art der Fußbodenheizung. Zur groben Orientierung sei hier gesagt, dass für ein Wohnzimmer 20 bis 22 Grad Celsius ausreichend sind. In Kinderzimmern kann die optimale Raumtemperatur je nach Alter der Kinder bis zu 24 Grad Celsius betragen. Benötigen Sie mehr Informationen speziell zu diesem Thema, schauen Sie gern in unseren Beitrag zur optimalen Raumtemperatur vorbei.

© parys / 123RF.com

Vor- und Rücklauftemperatur einer Fußbodenheizung

Der Vorlauf beschreibt jene Temperatur, die das Heizwasser auf dem Weg vom Wärmeerzeuger zur Fußbodenheizung hat und damit entsprechend zu den Räumen. Im Übrigen ist die Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung im Vergleich zu den klassischen Heizkörpern meist niedriger. Dadurch eignet sich die Fußbodenheizung auch besonders für den Einsatz mit einer Wärmepumpe. Sie sollte bestenfalls nicht über 55 Grad Celsius liegen. Optimal sind 35 bis 45 Grad Celsius. Diese Werte dienen aber nur der groben Orientierung. Wichtig: Anpassungen an der Vorlauftemperatur sollte nur der Fachmann vornehmen. 

Bei der Rücklauftemperatur handelt es sich hingegen um die Temperatur des Heizwassers aus der Fußbodenheizung bis zum Wiedereintritt in den Wärmeerzeuger. Diese ist durch die Wärmeabgabe natürlich niedriger. Die Differenz zwischen Vor- und Rücklauf nennt sich Spreizung. Mit Einstellungen an Rücklauf und Spreizung lässt sich ebenfalls der Energieaufwand beeinflussen. Doch auch hier gilt: als Laie Abstand nehmen und diese Einstellungen dem Profi vor Ort überlassen. 

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Fußbodenheizung einstellen mithilfe der Heizkurve

Mit der richtigen Regelung der Fußbodenheizung können Sie effektiv Ihre Energiekosten senken. Eine besonders wichtige Komponente bildet dabei das Einstellen der Heizkurve. Diese bildet das Verhältnis von Vorlauftemperatur und Außentemperatur ab. 

Moderne Fußbodenheizungen arbeiten witterungsgeführt

In Abhängigkeit zur Außentemperatur wird die Vorlauftemperatur mittels Einstellung an den tatsächlichen Wärmebedarf angepasst. Dabei spielt es natürlich nicht nur eine Rolle, wie kalt oder mild es draußen ist, sondern wie das individuelle Heizverhalten aussieht. Benötigen Sie zum Beispiel etwas höhere Raumtemperaturen oder ist das zu beheizende Zimmer besonders groß? Soll die Heizkurve manuell eingestellt werden, heißt das: Sinkt die Außentemperatur,muss der Vorlauf höher eingestellt werden. Moderne Modelle machen diese Einstellungen auch automatisch. Experten sprechen dann auch von witterungsgeführten Fußbodenheizungen.

Voreinstellungen: Die Voreinstellung nach Installation der Fußbodenheizung überlassen Sie am besten dem Experten. Dieser erklärt Ihnen auch gern die wichtigsten Punkte, die Sie selbst einstellen können.

Dies ist grundlegend so wichtig, weil sich anhand der Außentemperatur die Vorlauftemperatur anpassen muss, um tatsächlich möglichst schnell und sparsam die gewünschte Temperatur zu erreichen. Ist die Raumtemperatur an besonders eisigen Wintertagen also zu niedrig, muss die Heizkurve in ihrer Neigung (gibt die Steilheit der Kurve an) erhöht werden. So wird sichergestellt, dass trotz der sehr kalten Außentemperaturen die gewünschte Raumtemperatur erreicht wird.

Fußbodenheizung einstellen: Keine einheitliche Faustregel für die Heizkennlinie

Je steiler sich die Heizkurve (auch Heizkennlinie genannt) neigt, desto höher beziffert sich auch die Vorlauftemperatur in Grad Celsius. Eine Fußbodenheizung einstellen ergibt auch dann Sinn, wenn Sie das Gefühl haben, dass es unabhängig von der Außentemperatur nicht warm genug in den Wohnräumen wird. In diesem Fall sollten Sie die Heizkurve der Fußbodenheizung insgesamt anheben, um eine höhere Leistung abzurufen. 

Eine tatsächliche Faustregel existiert bei der Heizkurve nicht, wenn Sie die Fußbodenheizung einstellen möchten. Denn die tatsächlich gefühlte Wärme variiert nach unterschiedlichen Aspekten. So gibt es Menschen, denen schlicht eher kälter ist als anderen. Zugleich spielt auch Ihre Aktivität eine Rolle. Denn wer sich mehr im Haushalt bewegt, dem wird auch nicht so schnell kalt. Die Heizkurve sollte sich, wenn Sie die Fußbodenheizung einstellen möchten, daher immer an den persönlichen Präferenzen und Umständen orientieren. Beim Nachjustieren der Heizkennlinie müssen Sie in der Regel verschiedene Einstellungen ausprobieren. 

Tipp: Notieren Sie sich die Einstellungen, die Sie gemacht haben und welche Wirkung diese für die Raumtemperatur hatten, um sich Ihrer eigenen idealen Einstellung der Fußbodenheizung anzunähern. Professionelle Unterstützung erfragen Sie am besten bei Ihrem Installateur beziehungsweise Heizungsbauer vor Ort.

Durchflussmenge und hydraulischer Abgleich

Mit Installation einer Fußbodenheizung verfügen Sie in der Regel über verschiedene Heizkreisläufe. Diese treffen im sogenannten Heizkreisverteiler zusammen. Das ermöglicht es Anlagenbesitzern, die Räume unterschiedlich zu regulieren. Kleinere sowie umfassendere Einstellungen können damit unabhängig vom anderen Heizkreislauf vorgenommen werden. Dies gilt auch, wenn ein hydraulischer Abgleich durch den Fachmann vorgenommen wird. Meist erfolgt dieser nach Installation und mit Inbetriebnahme der Fußbodenheizung. Ebenso erforderlich kann er sein, wenn sich durch Dämmmaßnahmen oder andere Faktoren die Voraussetzungen grundlegend geändert haben.

Beim Abgleich wird die Durchflussmenge des Heizwassers bestimmt und gegebenenfalls neu eingestellt beziehungsweise nachjustiert. Dabei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • benötigte Heizleistung im jeweiligen Raum
  • Volumenströme 
  • Länge der Rohrleitungen
  • Untergrund
  • Bodenbelag und dessen Dicke
  • jeweilige Vorlauftemperatur

Mehr zum Spezialthema Bodenbelag erfahren Sie übrigens hier: Parkett, Vinyl und Kork auf einer Fußbodenheizung.

Fazit von Philipp Hermann

Die Fußbodenheizung optimal einzustellen, hat in der Praxis viele Vorteile. So schaffen Sie sich selbst mehr Komfort, indem Sie unter anderem am Thermostat Einstellungen vornehmen. Weiterhin lassen sich durch die oben genannten Justierungen natürlich auch die anfallenden Energiekosten merklich reduzieren. Dabei sorgen die Anpassungen der Heizkurve je nach Jahreszeit für perfekt temperierte Räume und eine optimal genutzte Energie.

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