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Mit der Sonne heizen – Funktion, Kosten und Kauftipps

  • von Philipp Hermann
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Wer mit der Sonne heizen möchte, benötigt eine Solarthermie- oder eine Photovoltaik-Anlage. Während Erstere das Sonnenlicht in nutzbare Wärme umwandelt, erzeugt Letztere Strom aus der solaren Strahlung. Beides lässt sich zum Heizen nutzen, um die Umwelt zu schonen und die Heizkosten zu senken. Wie das genau funktioniert, was solch eine Anlage kostet, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Mit der Sonne heizen – so funktioniert es!

Wollen Hausbesitzer mit der Sonne heizen, ist es sehr hilfreich, wenn sie die Funktionsweise hinter der Technik ein wenig verstehen. 

  • Eine Solarthermie-Anlage besteht vereinfacht gesagt aus Kollektoren, einem Pufferspeicher, einer Umwälzpumpe, einem Rohrnetz sowie mehreren Armaturen. Prallt das Sonnenlicht auf die Kollektoren, erwärmt es die darin verbauten Absorber. Diese geben die aufgenommene thermische Energie über einen Wärmetauscher an das Heizwasser weiter, welches diese wiederum zum Pufferspeicher transportiert. Hier lagert die Wärme, bis sie mit dem Heizungswasser zu den Heizflächen im Haus gelangt. Diese übertragen die Wärme an die jeweiligen Räume und ermöglichen es, mit der Sonne zu heizen. 
  • Eine Photovoltaik-Anlage ist ähnlich aufgebaut. Hier sitzen Solarpaneele auf dem Dach, die auftreffende solare Strahlung in Gleichstrom umwandeln. Die elektrische Energie lagert in einem Speicher, bevor Sie die Heizung elektrisch betreiben können. Da Letzteres nur mit Wechselstrom funktioniert, ist auch ein Photovoltaik-Wechselrichter erforderlich, der Gleich- in Wechselstrom umwandelt. 

Mit der Sonne heizen lässt sich mit den beiden Lösungen auf ganz unterschiedliche Weise. Im ersten Fall strömt das solar erwärmte Wasser direkt durch die Anlage, um thermische Energie über Heizkörper oder Flächenheizsysteme an die Räume im Haus abzugeben. Zum Heizen mit Solarstrom ist das nicht erforderlich.Grund dafür sind Infrarotheizungen, die elektrische Energie im Wohnbereich wieder in Wärmestrahlung umwandeln. Trifft diese auf feste Körper, erwärmen sie sich auf besonders angenehme Art und Weise.

Kosten für das Heizen mit der Sonne 

Mit der Sonne heizen verursacht natürlich auch Kosten. Wie hoch diese sind, lässt sich nicht pauschal angeben. Schließlich besteht eine solche Anlage nicht nur aus einem Bauteil, sondern mehreren Komponenten, die sich wiederum in unterschiedliche Gruppen unterteilen lassen. Am kostenintensivsten sind die Kollektoren der Solarthermie. Man unterscheidet zwischen:

  • Flachkollektoren und
  • Röhrenkollektoren
© digital-designer / Fotolia

Wer hierzulande seine Solarthermie-Anlage mit Kollektoren ausstattet, entscheidet sich in der Regel für Flachkollektoren. Diese sind im Vergleich zu Röhrenkollektoren um einiges günstiger in der Anschaffung. Je nach Hersteller, Region und Bauart kosten sie zwischen 250 und 500 Euro pro Quadratmeter. Um etwa 30 Prozent teurer sind hingegen die Röhrenkollektoren bzw. Vakuumröhrenkollektoren. Dafür benötigen sie weniger Platz und können auch bei schattigen und ungünstigen Montagesituationen noch Energie gewinnen. Für einen Quadratmeter müssen Hausbesitzer zwischen 500 und 600 Euro zahlen.

Solarmodule sind im Vergleich dazu etwas teurer. Diese gibt es aktuell für einen Preis von 1.000 bis 1.800 Euro pro kWp. Die benötigte Leistung entspricht dabei mindestens dem Strombedarf durch 1.000. Wer als 4.000 kWh Strom pro Jahr benötigt, sollte eine Modulleistung von mindestens 4 kWp (bei 6 bis 8 m² pro kWp entspricht das einer Fläche von 24 bis 32 Quadratmeter) vorsehen. Wer mit der Sonne heizen möchte, kann auch eine größere Fläche einplanen. 

Kosten für weitere Komponenten

Bevor Hausbesitzer mit der Sonne heizen können, brauchen sie neben den Kollektoren auch andere Komponenten. Die Kosten für die Umwälzpumpe, den Pufferspeicher sowie das notwendige Zubehör der Solarthermie (Steuerung, Druckausdehnungsgefäß, Verrohrung etc.) müssen ebenso mit einberechnet werden wie die Kosten für die Montage und Installation. Ähnlich verhält es sich, wenn Verbraucher über eine PV-Anlage mit der Sonne heizen möchten. Auch hier sind Kosten weiterer Komponenten zu berücksichtigen. Zu nennen sind dabei Ausgaben für Zähler, Energiemanagementsystem und Stromspeicher. 

Was lässt sich mit der Sonne heizen? Diese Frage spielt bei der Preisbildung eine entscheidende Rolle und soll im Vorfeld beantwortet sein. Schließlich ist eine Anlage zur Heizungsunterstützung wesentlich größer als eine, die nur was Warmwasser bereiten soll.

Mit der Sonne heizen und Fördergelder bekommen

Wer mit Solarenergie heizt, investiert auch in die Zukunft. Denn abgesehen von den Anschaffungskosten, den Ausgaben für den Pumpenstrom und die jährliche Wartung verursacht eine Solarthermie-Anlage keine weiteren Betriebskosten. Ähnlich verhält es sich mit einer PV-Anlage, für die neben Reinigung und Photovoltaik-Versicherung keine weiteren Kosten anfallen. 

Im Vergleich zu konventionellen Heizlösungen nutzt die Technik regenerative Sonnenenergie und schont somit die endlichen fossilen Ressourcen. Aus diesem Grund hat der Staat gleich mehrere Förderprogramme gestartet, welche die Investitionskosten abfedern.

Förderhöhe bis zu 30 Prozent

Wer in einem Bestandsbau wohnt und vorhat, sein Warmwasser mit Sonnenenergie zu bereiten, bekommt vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bis zu 30 Prozent der Investitionskosten bezuschusst. Das Gleiche gilt für eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung. Welche Voraussetzungen in den einzelnen Fällen zu erfüllen sind, haben wir im Artikel „Förderung der Solartechnik“ detailliert beschrieben.

Kredite und regionale Zuschüsse

Erfolgt das Heizen mit der Sonne über eine Photovoltaik-Anlage, sind ebenfalls Fördermittel erhältlich. Verfügbar sind beispielsweise zinsgünstige Darlehen der KfW oder Zuschüsse einiger Bundesländer. Letztere gibt es in der Regel jedoch nur, wenn Sie Photovoltaik und Stromspeicher zeitgleich neu einbauen.  

In Kombination mit anderen Heizsystemen

Aus geografischen Gründen lässt sich ein Haus hierzulande nicht komplett mit der Sonne heizen – zumindest nicht wirtschaftlich. Dafür scheint sie nicht oft und stark genug. Optimal eingesetzt kann eine Solarthermie-Anlage dennoch bis zu 60 Prozent des erforderlichen Warmwassers erhitzen. Für den Rest ist das vorhandene Heizsystem zuständig. Die häufigste Kombination hierzulande ist die Gasheizung bzw. Ölheizung mit Solarthermie. Das liegt vor allem daran, weil Gas- und Ölheizungen nach wie vor sehr weit verbreitet sind. Wer nicht nur mit der Sonne heizen, sondern noch einen weiteren Schritt in Richtung CO2-Neutralität gehen möchte, greift zu einer Holzheizung. Eine andere, ebenfalls sehr umweltfreundliche Kombination ist die Wärmepumpe mit Solarthermie.

Erfolgt das Heizen mit der Sonne über eine Elektroheizung, sind Kamine und Öfen eine gute Ergänzung. Denn diese reagieren sehr schnell. Sie schonen den Stromverbrauch und schaffen darüber hinaus auch eine ganz besondere Atmosphäre. Alternativ lässt sich der Solarstrom auch mit einer Wärmepumpe zum Heizen nutzen. Kombinationen mit Gas- oder Ölheizungen sind dann ebenfalls möglich.  

Tipps beim Kauf einer Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage

Damit die neue Solaranlage wirklich wirtschaftlich arbeitet, muss sie auf den Bedarf angepasst sein. Auch die Ausrichtung sowie die Neigung des Daches müssen in der Planungsphase berücksichtigt werden. Ein erfahrener Installateur kann bereits vor Ort abschätzen, ob die Voraussetzungen gegeben sind, um mit der Sonne heizen zu können. Sind alle Fragen beantwortet und Unklarheiten geklärt, können sich Hausbesitzer noch überlegen, ob sie nur die Anlage kaufen oder doch gleich die vorhandene Heizung ersetzen. Häufig bieten namhafte Hersteller Kombipakete zu guten Konditionen an, die unter den Preisen für einzelne Geräte liegen.

Fazit von Philipp Hermann

Mit der Sonne heizen bedeutet in die Zukunft investieren. Denn die Sonne liefert eine Unmenge an Energie, die unter anderem zum Heizen genutzt werden kann. Und weil die Technik sehr umweltfreundlich ist, fördert der Staat den Kauf mit attraktiven Programmen.

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