KfW 55 Haus: Anforderungen und Förderung

  • von Alexander Rosenkranz
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Das KfW-Effizienzhaus 55 (ehemals KfW 55 Haus) ist ein Gebäude mit sehr hohem energetischem Standard. Es benötigt nur sehr wenig Energie und wird bei Neubau sowie Sanierung vom Staat gefördert. Verfügbar sind Darlehen mit Tilgungszuschüssen. Wir zeigen, was ein KfW-Effizienzhaus 55 auszeichnet und wie die Förderung 2026 ausfällt.

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Das Wichtigste in Kürze:  

  • KfW 55 Haus: Gebäude mit 55 % des Energiebedarfs eines Standardneubaus, seit 2023 Neubaustandard.
  • Ziel: Deutlich geringerer Energieverbrauch, Kostenersparnis und Beitrag zum Klimaschutz durch KfW-Standard.
  • Förderung:  Bei Sanierung und Neubau
  • Antrag: Vor Beginn über die Hausbank, mit Unterstützung durch Energieberater  
  • Vorteil: Höherer Immobilienwert, langfristige Sicherheit bei Energiekosten, attraktive staatliche Fördermittel.

KfW 55 Haus: Definition des Energiestandards

Das KfW 55 Haus ist ein Gebäude mit besonders niedrigem Energieverbrauch. Es wurde 2023 quasi zum Neubaustandard in Deutschland und ist vor allem im Sanierungsbereich mit einer attraktiven Förderung verbunden. Im Vergleich zum gesetzlichen Neubaustandard ist das KfW 55 Haus um 45 Prozent sparsamer. Es benötigt nur 55 Prozent der Energie eines vergleichbaren Neubaus nach gesetzlichen Vorgaben und hat eine um 30 Prozent bessere Hülle. Fördermittel gibt es für neue sowie bestehende Gebäude.  

Förderbank definiert weitere KfW-Standards  

Seit Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude für Wohngebäude (BEG WG) zum 01. Juli 2021 haben sich die Konditionen verbessert. Dabei definiert die KfW neben dem KfW 55 Haus auch weitere Bau- und Sanierungsstandards. Die Ziffer am Ende der Bezeichnung steht dabei immer für den Energieverbrauch im Vergleich zum GEG-Referenzgebäude. So benötigt ein:

  • KfW Effizienzhaus 85 nur 85 Prozent der Energie eines GEG-Neubaus (Referenzgebäude)
  • KfW Effizienzhaus 70  nur 70 Prozent der Energie eines GEG-Neubaus (Referenzgebäude)
  • KfW Effizienzhaus 55 nur 55 Prozent der Energie eines GEG-Neubaus (Referenzgebäude)
  • KfW Effizienzhaus 40  nur 40 Prozent der Energie eines GEG-Neubaus (Referenzgebäude)

Geht es um eine Sanierung, vergibt die KfW Fördermittel für die Effizienzhaus-Standards Denkmal, 85, 70, 55 und 40. Für einen Neubau gab es Fördermittel für die Effizienzhaus-Stufen 55 und 40.  

KI-generiertes Bild

KfW-Effizienzhaus 55: Anforderungen bei Neubau und Sanierung

Um Fördermittel für ein Effizienzhaus 55 zu erhalten, sind hohe Anforderungen zu erfüllen. Und das bei dem Neubau von Gebäuden im Niedrigpreissegment genauso, wie bei Sanierungen. Die Anforderungen beziehen sich bei einer Sanierung vor allem auf den  Primärenergiebedarf  und den Transmissionswärmeverlust. Im Neubau gibt es zudem eine Reihe von sozialen Voraussetzungen, die sich vor allem auf Baustandard und -kosten beziehen.

Effizienzhaus 55: KfW-Anforderungen an den Primärenergiebedarf  

Der Primärenergiebedarf gibt an, wie viel Energie ein Gebäude benötigt. Neben den Verlusten, die am Haus oder an der Heizung entstehen, berücksichtigt der Wert dabei auch den Energieaufwand für die Förderung, die Aufbereitung und den Transport der Brennstoffe.

  • Für ein KfW 55 Haus muss der Primärenergiebedarf 45 Prozent unter dem eines GEG-Neubaus (Referenzgebäude nach aktuellem GEG) liegen.

Übrigens:  Um den Kennwert zu ermitteln, multiplizieren Experten den Endenergiebedarf eines Gebäudes einfach beschrieben mit einem spezifischen Faktor. Letzterer ist von den eingesetzten Energieträgern abhängig und besser, wenn es um regenerative Energien geht. Die Vorgaben lassen sich also mit einem guten Dämmstandard (geringer Energiebedarf) und einer Umweltheizung (niedriger Primärenergiefaktor) erreichen.  

Effizienzhaus 55: Anforderungen an den Transmissionswärmeverlust  

Darüber hinaus gibt es für ein KfW 55 Haus auch hohe Anforderungen an den Transmissionswärmeverlust. Der Wert beschreibt, wie viel Wärme über die Hüllflächen eines Gebäudes verloren geht.

  • Für ein KfW-Effizienzhaus 55 muss der Transmissionswärmeverlust 30 Prozent unter dem eines GEG-Neubaus (Referenzgebäude nach aktuellem GEG) liegen.

Erreichen lassen sich die Anforderungen nur mit einer guten Wärmedämmung. Neben energiesparenden Fenstern kommt es dabei auf eine effiziente Dach- und  Außendämmung  an.

KfW 55: Neubau-Förderung über KfW 297/298

Die Neubau-Förderung im Programm 297/298 gibt es nur, wenn ein Gebäude:

  • die Anforderungen an ein Effizienz­haus 55 erfüllt (Qp 55 % von Ref; Ht 70 % von Ref),
  • nicht mit Öl oder Gas beheizt wird (Biomasse ist hier zulässig)
Außerdem muss zum Zeitpunkt der Antragstellung eine gültige Baugenehmigung vorliegen. Bei nicht  genehmigungs­pflichtigen Vorhaben genügt es, wenn die zuständige Bau­behörde von dem Vorhaben Kenntnis erlangt hat und zum Zeitpunkt der Antrag­stellung mit der Ausführung des Vorhabens begonnen werden darf.

KfW 55 Neubau: Anforderungen im Niedrigpreissegment

Wer ein neues KfW 55 Haus bauen möchte, kann alternativ auch Fördermittel für Gebäude im Niedrigpreissegment in Anspruch nehmen.  Hier gelten neben technischen auch soziale Vorgaben, wie die folgende Übersicht zeigt:

  • EH 55 Anforderungen (Qp 55 % von Ref; Ht 70 % von Ref)
  • CO₂-Anforderungen im Gebäudelebenszyklus (24 kg  CO₂ Äqu./(m2 a))
  • keine Wärmeerzeugung mit fossilen Brennstoffen oder Biomasse (Ausnahmen für Wärme- und Gebäudenetze)
  • Mindestanzahl an Aufenthaltsräumen pro Wohnfläche (40 m² - 1; 55 m² - 2; 70 m² - 3; 85 m² - 4; plus 15 m² + 1; je plus 15 m² für Rollstuhlgerecht)
  • Niedrige Kosten gemessen an Grenzwert gebäudebezogener Kosten

Die Kosten orientieren sich an den mittleren Baukosten der KG 300, 400 und 550 für Deutschland. Diese entsprechen dem mittleren BKI-Kostenkennwert der Gebäudeart MFH mit bis zu 6 Wohneinheiten im einfachen Standard. Für eine regionale und zeitliche Anpassung  kommen außerdem BKI-Regionalfaktoren sowie Daten zum allgemeinen Baupreisindex (destatis: Neubau, konventionelle Bauart, von Wohn- und Nichtwohngebäuden) zur Anwendung.

KfW Effizienzhaus 55: So erfüllen Sie die Vorgaben

Ein KfW 55 Haus lässt sich am besten mit einer effizienten Wärmedämmung und einer regenerativen Heizung erreichen. Geht es um die Heizung, eignet sich dabei zum Beispiel:

Hinzu kommen Fenster mit  Wärmeschutzverglasung, eine Außenwanddämmung von etwa 18 Zentimetern und eine Dachdämmung von etwa 24 Zentimetern.

Energieberater unterstützen bei Planung und Umsetzung:  Energieberater stellen Maßnahmen zusammen, mit denen sich die Anforderungen für den  KfW-Standard wirtschaftlich erreichen lassen. Sie begleiten den Planungsprozess und stellen sicher, dass bei der Ausführung keine Fehler passieren. Energieberater sind außerdem nötig, um die Förderung für ein KfW Effizienzhaus 55 zu beantragen.

KfW 55 Förderung: Konditionen für eine Sanierung  

Wer ein bestehendes Gebäude zum KfW 55 Haus saniert, bekommt dafür Fördermittel vom Staat. So gibt es  im Rahmen des  Programms 261/262 zinsgünstige Darlehen  von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit mit Tilgungszuschüssen in Höhe von bis zu 35 Prozent. Letztere setzen sich dabei aus einer Basisförderung und verschiedenen Bonus-Angeboten zusammen, wie die folgende Übersicht zeigt:  

  • 5 Prozent Basis-Förderung für das KfW-55-Haus mit  EE-Klasse (Darlehensbetrag 150.000 Euro pro Wohneinheit)
  • 5 Prozent Bonus-Förderung für das Erreichen der NH-Klasse (Einsatz nachhaltiger Bauprodukte; Darlehensbetrag 150.000 Euro pro Wohneinheit; nicht mit EE-Klasse kumulierbar)
  • 10 Prozent Bonus-Förderung für Worst Performing Buildings (WPB; Sanierung eines Gebäudes der Energieeffizienzklasse H oder von spätestens 1957 ohne nennenswerte Sanierungsarbeiten)
  • 15 Prozent   Bonus-Förderung für serielles Sanieren (SerSan-Bonus; Sanierung mit vorgefertigten Bauelementen)

WPB- und SerSan-Bonus sind mit der NH-Klasse kumulierbar. Insgesamt beläuft sich die Maximalförderung damit auf 40 Prozent (5 Prozent Basis + 5 Prozent NH-Klasse + 20 Prozent für WPB- und SerSan-Bonus).

Wichtig:  Achten Sie darauf, die Mittel vor dem Beginn der Maßnahme zusammen mit einem Energieberater zu beantragen. Möglich ist das über die eigene Hausbank oder ein anderes Kreditinstitut Ihrer Wahl.  

KfW 55 Förderung für Neubauten mit und ohne Niedrigpreissegment

Im Neubau fördert der Staat das Effizienzhaus 55 ebenfalls. Mittel stehen dabei für konventionelle Gebäude sowie Gebäude im Niedrigpreissegment zur Verfügung. In beiden Fällen gibt es dabei Darlehen mit bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit über die eigene Hausbank.  

Förderbar sind dabei:  

  • bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit
  • zu einem Zinssatz ab 0,01 Prozent

Sie bekommen den Kredit zu 100 Prozent ausgezahlt und können das Geld innerhalb von 12 Monaten abrufen (Verlängerung um 24 Monate möglich mit Bereitstellungsprovision). Die vorzeitige Rückzahlung ist möglich  –  entweder ganz oder teilweise. Bei vollständiger vorzeitiger Rückzahlung des Darlehens für Ihr KfW 55 Haus fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an.

Hinweis: Im Dezember 2025 ist die Neuaufnahme der EH55-Förderung für Neubauten über das KfW-Programm "Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude (297,298)" geplant.     

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Förderung eines KfW 55 Hauses

Was bedeutet ein KfW 55 Haus?

Ein KfW 55 Haus ist ein Gebäude, das nur 55 Prozent der Energie eines Referenzgebäudes nach gesetzlichen Standards benötigt. 

Welche Anforderungen gelten für eine Sanierung?

Bei einer Sanierung müssen Sie den Primärenergiebedarf um 45 Prozent und den Transmissionswärmeverlust um 30 Prozent im Vergleich zu einem Referenzgebäude nach GModG unterschreiten. Das erreichen Sie mit guter Wärmedämmung, energiesparenden Fenstern und einer Heizung, die möglichst auf erneuerbare Energien setzt.

Welche Bedingungen gelten beim Neubau?

Im Neubau fördert der Staat das KfW 55 Haus ebenfalls. Neben den technischen Vorgaben gelten dabei teilweise auch soziale und wirtschaftliche Bedingungen. Dazu zählen die Einhaltung von Baukostenobergrenzen und eine ausreichende Anzahl an Aufenthaltsräumen in Bezug auf die Wohnfläche (gilt nur für die attraktivere Förderung von Neubauten im Niedrigpreissegment).

Welche Fördermittel gibt es für eine Sanierung?

Für die Sanierung stellt die KfW zinsgünstige Darlehen über die Programme 261 und 262 bereit. Dazu gibt es Tilgungszuschüsse von bis zu 35 Prozent, wenn Sie Bonusregelungen wie NH-Klasse oder die Sanierung eines besonders ineffizienten Gebäudes nutzen.

Welche Förderung gilt im Neubau?

Im Neubau stehen die Programme 296 und 297/298 zur Verfügung. In beiden Fällen erhalten Sie bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit als Kredit mit günstigen Zinsen.

Wie beantrage ich die Förderung in Neubau und Sanierung?

Sie beantragen die Förderung immer vor dem Start der Bau- oder Sanierungsmaßnahme. Dafür wenden Sie sich an Ihre Hausbank oder ein anderes Kreditinstitut Ihrer Wahl. Ein Energieberater begleitet Sie durch den gesamten Prozess, stellt die notwendigen Nachweise zusammen und bestätigt die Einhaltung der Effizienzhaus-Anforderungen. Ohne diese Fachplanung und Bestätigung bekommen Sie keine Fördermittel für Ihr KfW 55 Haus.

Lohnt sich ein KfW 55 Haus?

Ja. Denn Sie senken Ihren Energieverbrauch im Bestand damit deutlich, schützen sich langfristig vor steigenden Heizkosten, steigern den Wert Ihrer Immobilie und sichern sich attraktive Fördermittel, wenn Sie die Anforderungen erfüllen.

Fazit von Alexander Rosenkranz

Das KfW Effizienzhaus 55 ist ein besonders effizientes Gebäude. Es benötigt nur 55 Prozent der Energie eines Neubaus nach gesetzlichem Mindeststandard. Wer sich für den Bau eines solchen Gebäudes oder für die Sanierung zum KfW 55 Haus entscheidet, bekommt hohe Fördermittel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

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