Wintergarten Heizung: Möglichkeiten und Auslegung

  • von Alexander Rosenkranz
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Wintergärten vergrößern den Wohnraum und schaffen ein Zimmer unter freiem Himmel. Nutzen lässt es sich sowohl an Regen- als auch an Wintertagen. Vorausgesetzt eine Wintergarten Heizung ist vorhanden. Moderne Heizsysteme sorgen auch an kalten Tagen für einen warmen Raum und helfen, Kondensat an den Fensterscheiben zu verhindern. Bei der Auslegung und der Auswahl einer Heizung für den Wintergarten sind jedoch einige Punkte zu beachten.

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Die Aufgaben einer Heizung für den Wintergarten

Wintergärten lassen sich heute auf verschiedene Art und Weise nutzen. Sie können dem Haus vorgelagert und unbeheizt oder offen mit dem Wohnraum verbunden sein. Während der Glasvorbau im ersten Fall selten richtig beheizt wird, ist der sogenannte Wohnwintergarten das gesamte Jahr über mit Wärme zu versorgen. Die Heizung übernimmt dabei gleich zwei Aufgaben:

  1. Die Wintergarten Heizung sorgt für eine hohe Behaglichkeit. Sie gleicht Luftströmungen aus, die an den kühlen Fensterscheiben nach unten streichen, und hebt die Raumtemperaturen an. Während in mittelwarmen Wintergärten eine Temperatur von 12 bis 19 Grad Celsius ausreicht, sind ganzjährig genutzte Wohnwintergärten auf über 20 Grad Celsius zu beheizen.
  2. Die Heizung hebt die Oberflächentemperatur der Außenwände an. Auf diese Weise lässt sich das Unterschreiten der Taupunkttemperatur vermeiden und Kondensat entsteht nur in Ausnahmefällen.

Wintergarten-Heizung: Verschiedene Arten im Überblick 

Wer den Wintergarten beheizen möchte, hat heute verschiedenste Heizsysteme zur Auswahl. Neben der klassischen Heizkörperheizung kommen dabei auch Elektroheizsysteme, Kamine und sogar Luft-Wärmepumpen zum Einsatz.

Heizkörperheizung mit Konvektoren unter den Fensterflächen  

Heizkörper geben Wärme in Form von Wärmestrahlung und  Konvektion  ab. Geht es um die Beheizung von Wintergärten, ist vor allem Letzteres besonders wichtig. Denn dabei nimmt die Raumluft Wärme an den Heizflächen auf. Sie steigt entlang der Fenster nach oben und erwärmt deren Oberflächen, sodass es weder zu Kondensat noch zu störender Zugluft kommt. Zur Auswahl stehen dabei kompakte Bankheizkörper oder sogenannte Unterflurkonvektoren (auch Bodenkanalheizkörper).  Letztere befinden sich versteckt in einem Kanal unter den Fensterfronten. Sie arbeiten mit hohen Vorlauftemperaturen und sind zudem oft auch mit Ventilatoren ausgestattet. Die Lüfter unterstützen die natürliche Konvektion und sorgen für eine höhere Leistung. Ausreichend Energie beziehen die  Konvektor-Heizkörper  in der Regel von der zentralen Heizungsanlage.

Bodenkanalheizung vor der Verglasung im Wohnwintergarten (© Roland Spiegler – stock.adobe.com)

Elektroheizungen eignen sich für selten beheizte Wintergärten  

Eine Elektroheizung bekommt Energie aus der Steckdose. Sie wandelt Strom direkt in nutzbare Wärme um und gibt diese in Form von Strahlung oder Konvektion an den Raum ab. Auch hier sind vor allem Konvektionsheizkörper zu empfehlen. Diese lassen sich direkt unter den Fenstern aufstellen und bedarfsgerecht bedienen. Die Anbindung an das zentrale Heizungssystem ist dabei nicht erforderlich.

Eine interessante Alternative stellt der Einsatz von Heizglas dar. Dabei liegen dünne Folien oder Heizdrähte auf den Fensterscheiben. Sie erwärmen diese direkt und geben behagliche Strahlungswärme in den Raum hinein ab. Im Vergleich zu Elektroheizkörpern ist Heizglas allerdings eine deutlich teurere Möglichkeit zur Beheizung des Wintergartens. Während die konventionelle Elektroheizung mit geringeren Anschaffungskosten verbunden ist, kostet ihr Betrieb deutlich mehr als bei wasserführenden Systemen. Aus diesem Grund lohnt sich die elektrische Wintergarten Heizung meist nur in selten beheizten Glasvorbauten.

Heizen und Kühlen mit der Wärmepumpe im Wintergarten

Bei Vorbauten mit energiesparender Verglasung bietet sich auch der Einsatz einer  Wärmepumpe  im Wintergarten an. Infrage kommen dabei vor allem Luft-Luft-Systeme, die unabhängig vom zentralen Heizungsnetz arbeiten. Aufgebaut sind die Geräte dabei wie Klimaanlagen aus einer Außen- und einer Inneneinheit. Die Außeneinheit saugt Luft aus der Umgebung an und überträgt deren Energie auf ein spezielles Medium. Das  Kältemittel  verdampft und strömt durch einen elektrisch angetriebenen Verdichter. Dieser sogenannte Scrollverdichter hebt mit dem Druck auch die Temperatur des Mediums an, sodass sich die Wärme anschließend auf die Raumluft übertragen lässt. Das Kältemittel kühlt sich dabei ab. Es geht in den flüssigen Aggregatzustand über und der Vorgang beginnt erneut. Damit die Wärmepumpe den Wintergarten effizient und sparsam beheizen kann, muss dieser mit hochwertigen Gläsern ausgestattet sein.

Übrigens: Im Sommer lässt sich der Wärmepumpenkreislauf auch andersherum nutzen. Dabei nimmt die Anlage Wärme von innen auf, um sie anschließend an die äußere Umgebung abzugeben.

Kaminöfen für angenehme Wärme und viel Gemütlichkeit

Ist der Glasvorbau nur ab und zu beheizt, kommt auch ein  Kamin  als Heizung im Wintergarten infrage. Die Holzöfen arbeiten mit Scheiten oder Pellets und bringen viel Wärme in den Raum. Darüber hinaus sorgen sie auch für eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre. Da vor allem Wohnwintergärten durchgängig zu beheizen sind, eignen sich manuell zu beschickende Kamine hier nicht als alleinige Lösung. Sie können aber eine Wärmepumpe oder eine Konvektorheizung ergänzen.

Fußbodenheizung im Wintergarten oft nicht ausreichend

Viele Hausbesitzer interessieren sich für eine komfortable Fußbodenheizung im Wintergarten. Als Alleinheizung kommt diese jedoch oft nicht infrage. Der Grund: Ihre Leistung ist zu gering. Denn die Glaswände haben selbst bei hoher Qualität einen U-Wert, der um das zwei- bis dreifache schlechter ist als bei gedämmten Außenwänden. Demzufolge geht mehr Wärme über die Hüllflächen verloren und die Flächenheizung müsste mehr leisten. Der Bedarf einer Wintergarten Heizung kann zu Spitzenzeiten bei 200 bis 350 Watt pro Quadratmeter liegen. Eine Fußbodenheizung liefert in der Regel 50 bis 100 Watt pro Quadratmeter. Wer die Systeme dennoch einsetzen möchte, um den Wintergarten zu heizen, muss sie mit anderen Lösungen kombinieren. Infrage kommen dabei in der Regel Konvektorheizkörper.

Wohnwintergärten nicht über andere Räume mitheizen

Wichtig zu wissen ist, dass vor allem als Wohnraum genutzte Wintergärten eine eigene Heizung benötigen. Wer darauf verzichtet und den Glasvorbau über die anderen Räume mitheizen möchte, riskiert die Bildung von Tauwasser und Schimmel.

Wintergarten Heizung auslegen: Darauf kommt es an  

Bei der Auslegung der Heizung für den Wintergarten sind einige Punkte zu beachten. Zunächst kommt es darauf an, ob der Raum im Glasvorbau dauerhaft oder nur sporadisch zu erwärmen ist. Im ersten Fall muss die Heizung den Wintergarten auch in knackig kalten Winternächten auf angenehme Temperaturen bringen. Das erfordert eine Leistung, die in der Regel bei 200 bis 350 Watt pro Quadratmeter liegt. Entscheidend ist dabei die energetische Qualität der Verglasung. Ist der Wintergarten nur sporadisch zu beheizen, genügt hingegen eine kleinere Leistung. In beiden Fällen sollte ein Experte die Wintergarten Heizung fachgerecht auslegen. Dabei führt er eine individuelle Heizlastberechnung durch, um die benötigte Leistung zu bestimmen.

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Wintergarten Heizung hat verschiedene Aufgaben: Sie soll den Raum erwärmen und den Ausfall von Kondenswasser verhindern. Infrage kommen dabei vor allem wasserführende oder elektrische Heizkörper. Handelt es sich um einen energiesparenden Glasvorbau, sind auch Luft-Luft-Wärmepumpen einsetzbar. Kamine eignen sich hingegen nur als Zusatzheizungen oder dann, wenn der Glasvorbau nur sporadisch zu beheizen ist.

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