Notstromaggregat für die Heizung: Lohnt es sich?

  • von Alexander Rosenkranz
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Veraltete Leitungen, Bauarbeiten, Naturereignisse oder Vandalismus – Gründe für einen möglichen Stromausfall. Laut Bundesnetzagentur lag die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung aller deutschen Anschlüsse im Jahr 2024 bei 11,7 Minuten. In einzelnen Fällen fiel der Strom aber auch mehrere Tage aus. Ein Grund, aus dem sich immer mehr Hausbesitzer einen mobilen Stromerzeuger anschaffen. Doch sind die Notstromaggregate für Heizungen geeignet?

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aggregate mit Inverter-Technologie liefern Strom mit  gleichmäßiger Sinuskurve und reduzieren so das Risiko für Schäden an der empfindlichen Heizungselektronik.  
  • Bei der Dimensionierung des Notstromaggregats ist zu berücksichtigen, dass induktive Bauteile wie Pumpen beim Starten kurzzeitig einen hohen Anlaufstrom benötigen.
  • Für einen störungsfreien Betrieb (insbesondere der Flammüberwachung) der Heizung mit Notstrom ist eine korrekte Erdung und Netztrennung erforderlich.

Heizungsanlagen funktionieren nicht ohne Strom  

Licht, Kühlschrank und Unterhaltungselektronik – an all das denken viele zuerst, wenn der Strom im Haus ausfällt. Vor allem im Winter gibt es aber ein weitaus größeres Problem: Die Heizung geht nicht. Denn viele  Komponenten einer Zentralheizung benötigen elektrische Energie. Zum Beispiel:

  • Brenner
  • Regelung
  • Heizungspumpe

Ohne Strom springt auch die Anlage nicht an. Die Temperaturen im Haus sinken und  Frostschäden  können schwerwiegende Folgen anrichten.

Notstromaggregat für die Heizung als Lösung  

Lässt sich die Heizung bei einem Stromausfall mit Notstrom betreiben, bleiben größere Schäden aus und auch der Wohnkomfort geht nicht verloren. Damit das funktioniert, sind allerdings einige Vorkehrungen zu treffen. Denn ein Notstromaggregat funktioniert nur dann zuverlässig, wenn es gut geplant und fachgerecht in die Hausanlage integriert wurde.

Sauberer Strom verhindert Schäden an der Elektronik

Einfache Diesel-, Heizöl- oder Flüssiggasaggregate sind laut und arbeiten meist ungleichmäßig. Im Betrieb kommt es zu Frequenz- und Spannungsschwankungen, die eine Gefahr für sensible Elektronik darstellen. Ein Notstromaggregat für die Heizung muss sauberen Strom mit gleichmäßiger Sinuskurve liefern. Möglich ist das zum Beispiel mit Inverter-Aggregaten, bei denen ein Wechselrichter unabhängig von der Motordrehzahl für konstante Verhältnisse sorgt.

Elektrische Leistung muss hohe Anlaufströme abdecken

Wer seine Heizungsanlage mit einem Notstromaggregat betreiben möchte, muss dieses richtig dimensionieren. Dazu sind die Anschlusswerte aller gleichzeitig zu versorgenden Geräte zu addieren. Zu beachten ist, dass induktive Verbraucher wie Pumpen oder Motoren beim Anlaufen mehr Strom benötigen. Üblich ist der Faktor 3,5:

Anschlusswert x 3,5 = Anlaufstrom

Wichtig ist das vor allem bei der Auswahl von Notstromaggregaten für eine Wärmepumpe oder Pelletheizung.

Hinweis: Arbeiten die Stromerzeuger mit einem Anlaufstromverstärker, lassen sie sich üblicherweise kleiner auslegen – in diesen Fällen sind die Anschlusswerte induktiver Verbraucher mit 1,75 zu multiplizieren.

Erdung ist wichtig für die Notstromversorgung der Heizung

Liefern Aggregate Notstrom für die Heizung, kommt es außerdem auf die richtige Absicherung an. Standard-Stromerzeuger arbeiten mit einer Schutztrennung, wobei sie Verbraucher von allen anderen Stromkreisen abkoppeln. Das betrifft neben dem Netz auch die Erdung, welche für den Betrieb der Heizungsanlage wichtig ist. Ohne diese kann es vor allem bei der Flammüberwachung zu Problemen kommen.

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Heizung mit Notstromaggregat betreiben: So klappt es

Wer die genannten Voraussetzungen erfüllt, kann Notstrom für die eigene Heizungsanlage nutzen. Die folgende Übersicht zeigt, wie Sie von der Idee zum zuverlässig funktionierenden System kommen.

Schritt 1: Heizungsbauer oder -hersteller kontaktieren

Welche Leistung muss ein Aggregat oder eine Notstrombatterie für die Heizung erbringen und welche Schutzmaßnahmen sind erforderlich? Antworten auf diese Fragen sind wichtig für die Auslegung und nur bei einem Heizungsfachbetrieb oder -hersteller zu finden.

Schritt 2: Vorhaben mit Elektroinstallateur abstimmen

Planung und Installation gehören in die Hände von Fachpersonal. Fachbetriebe helfen bei der Dimensionierung und dabei, das passende Notstromaggregat für die Heizungsanlage zu finden. Dazu stimmen sie sich bei Bedarf mit den Herstellern der Stromerzeuger ab.

Schritt 3: Notstromaggregat für die Heizung einbauen

Nach sorgfältiger Planung geht es an den fachgerechten Einbau. Haben Elektroinstallateure die Technik montiert, geben sie eine Einweisung. Außerdem kümmern sie sich fortan um die Wartung des Notstromaggregats für die Heizung.

Alternativen zur Überbückung bei Stromausfall

  • Mobile Elektroheizung: Einfacher als ein Notstromaggregat für Ölheizung, Gasheizung oder andere Systeme ist es, das Aggregat mit einer mobilen  Elektroheizung  zu koppeln. Ist die Leistung ausreichend hoch, funktioniert das ohne große Vorbereitung. So lassen sich zumindest Frostschäden abwenden.
  • Heizung ohne Strom: Eine zweite Alternative stellt die  Heizung ohne Strom  dar. Ist beispielsweise ein Kamin oder ein  Pelletofen ohne Strom  im Haus, sorgen diese auch bei einer Versorgungsunterbrechung für Wärme. Gleiches gilt für mobile  Notheizungen, wie Öl- oder Gasheizgebläse.  

Antworten auf Fragen zum Notaggregat für Heizungen

Kann man eine Heizung mit Notromaggregat betreiben?

Grundsätzlich ist es möglich, eine Heizung mit Notstrom zu betreiben. Dieses muss jedoch eine ausreichende Leistung bieten und die elektrischen Anforderungen des Heizsystems erfüllen. 

Ist die Versorgung mit Notstromaggregat für eine Wärmepumpe geeignet?

Bei Bedarf kann Notstrom eine Wärmepumpe mit elektrischer Energie versorgen. Insbesondere bei Wärmepumpen sollte das Notstromaggregat jedoch ausreichend dimensioniert sein. Vorteilhaft sind Modelle mit Anlaufstromverstärker, die kleiner ausgelegt werden können. 

Kann man ein Notstromaggregat selbst an die Heizung anschließen?

Davon ist abzuraten. Da Auslegung und Einbindung in das Heizungssystem Fachwissen erfordert, sollte immer geschultes Fachpersonal beauftragt werden.  

Fazit von Alexander Rosenkranz

Mit guter Vorbereitung und fachlicher Unterstützung lässt sich die Heizung bei einem Stromausfall mit Notstrom betreiben. Das Notstromaggregat muss gleichmäßig arbeiten, ausreichend leisten und richtig abgesichert sein. Alternativ gibt es auch Heiztechnik, die ohne Strom auskommt.

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