Notstromaggregat für die Heizung: Lohnt es sich?

  • von Alexander Rosenkranz
Seite teilen:

Veraltete Leitungen, Bauarbeiten oder Naturereignisse führen dazu, dass der Strom immer wieder einmal ausfällt. Im Jahr 2019 lag die Versorgungsunterbrechung im Durchschnitt aller deutschen Anschlüsse bei etwa 12,2 Minuten, in einzelnen Fällen fiel der Strom aber auch mehrere Tage hintereinander aus. Ein Grund, aus dem sich immer mehr Hausbesitzer einen mobilen Stromerzeuger anschaffen. Doch sind die Notstromaggregate für Heizungen geeignet?

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

✔ Geprüfte Fachbetriebe in Ihrer Region
✔ Unverbindliche und kostenlose Vermittlung

Heizungsanlagen funktionieren nicht ohne Strom  

Licht, Kühlschrank und Unterhaltungselektronik – an all das denken viele zuerst, wenn der Strom im Haus ausfällt. Vor allem im Winter gibt es aber ein weitaus größeres Problem, denn dann funktioniert auch die Heizung nicht. Angefangen vom Brenner über die Regelung bis hin zur Heizungspumpe benötigen zahlreiche Komponenten einer Zentralheizung elektrische Energie. Steht diese nicht mehr zur Verfügung, springt die Anlage nicht an. Die Temperaturen im Haus sinken und  Frostschäden  können schwerwiegende Folgen anrichten.

© panthermedia.net / 4masik

Lösung: Ein Notstromaggregat für die Heizung

Lässt sich die Heizung bei einem Stromausfall mit Notstrom betreiben, bleiben größere Schäden aus und auch der Wohnkomfort geht nicht verloren. Damit das funktioniert, sind allerdings einige Vorkehrungen zu treffen. Denn ein Notstromaggregat funktioniert nur dann zuverlässig, wenn es gut geplant und fachgerecht in die Hausanlage integriert wurde.

Sauberer Strom verhindert Schäden an der Elektronik

Einfache Diesel-, Heizöl- oder Flüssiggasaggregate sind nicht nur laut, sie arbeiten auch ungleichmäßig. Im Betrieb kommt es zu Frequenz- und Spannungsschwankungen, die eine Gefahr für die sensible Elektronik darstellen. Ein Notstromaggregat für die Heizung muss sauberen Strom mit gleichmäßiger Sinuskurve liefern. Möglich ist das beispielsweise mit Inverter-Aggregaten, bei denen ein Wechselrichter unabhängig von der Motordrehzahl für konstante Verhältnisse sorgt.

Elektrische Leistung muss hohe Anlaufströme abdecken

Wer seine Heizungsanlage mit einem Notstromaggregat betreiben möchte, muss dieses richtig dimensionieren. Dazu sind die Anschlusswerte aller gleichzeitig zu versorgenden Geräte zu addieren. Zu beachten ist hier, dass induktive Verbraucher wie Pumpen oder Motoren beim Anlaufen mehr Strom benötigen, üblich ist hier der Faktor 3,5 (Anschlusswert x 3,5 = Anlaufstrom). Zu beachten ist das vor allem bei der Auswahl von Notstromaggregaten für Pelletheizungen und Wärmepumpen. Arbeiten die Stromerzeuger mit einem Anlaufstromverstärker, lassen sie sich üblicherweise kleiner auslegen – in diesen Fällen sind die Anschlusswerte induktiver Verbraucher mit 1,75 zu multiplizieren.

Erdung ist wichtig für die Notstromversorgung der Heizung

Liefern Aggregate Notstrom für die Heizung, kommt es außerdem auf die richtige Absicherung an. Standard-Stromerzeuger arbeiten hier mit einer Schutztrennung, wobei sie Verbraucher von allen anderen Stromkreisen abkoppeln. Das betrifft neben dem Netz auch die Erdung, welche für den Betrieb der Heizungsanlage wichtig ist. Ohne diese kann es vor allem bei der Flammüberwachung zu Problemen kommen.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

✔ Geprüfte Fachbetriebe in Ihrer Region
✔ Unverbindliche und kostenlose Vermittlung

Heizung mit Notstromaggregat betreiben: So klappt es

Wer die genannten Voraussetzungen erfüllt, kann Notstrom für die eigene Heizungsanlage nutzen. Die folgende Übersicht zeigt, wie Sie von der Idee zum zuverlässig funktionierenden System kommen.

Schritt 1: Heizungsbauer oder -hersteller kontaktieren

Welche Leistung muss ein Aggregat oder eine Notstrombatterie für die Heizung erbringen und welche Schutzmaßnahmen sind erforderlich? Antworten auf diese Fragen sind wichtig für die Auslegung und nur bei einem Heizungsinstallateur oder -hersteller zu finden.

Schritt 2: Vorhaben mit Elektroinstallateur abstimmen

Planung und Installation gehören in die Hände von Fachleuten. Aus diesem Grund ist nun ein Elektroinstallateur zu kontaktieren. Der Experte hilft bei der Dimensionierung und dabei, das passende Notstromaggregat für die Heizungsanlage zu finden. Dazu stimmt er sich bei Bedarf mit den Herstellern der Stromerzeuger ab.

Schritt 3: Notstromaggregat für die Heizung einbauen

Nach sorgfältiger Planung geht es an den fachgerechten Einbau. Haben Elektroinstallateure die Technik montiert, geben sie Hausbesitzern eine Einweisung. Außerdem kümmern sie sich fortan um die Wartung.

Alternative: Eine Heizung ohne Strom betreiben

Einfacher als ein Notstromaggregat für Ölheizung, Gasheizung oder andere Systeme ist es, das Aggregat mit einer mobilen  Elektroheizung  zu koppeln. Ist die Leistung ausreichend hoch, funktioniert das ohne große Vorbereitung, um zumindest Frostschäden abzuwenden.

Eine zweite Alternative stellt die  Heizung ohne Strom  dar. Ist beispielsweise ein Kamin oder ein  Pelletofen ohne Strom  im Haus, sorgen diese auch bei einer Versorgungsunterbrechung für wohlige Wärme. Gleiches gilt für mobile  Notheizungen, wie Öl- oder Gasheizgebläse.  

Fazit von Alexander Rosenkranz

Mit der richtigen Vorbereitung und fachlicher Unterstützung können Sie Ihre Heizung bei einem Stromausfall mit Notstrom betreiben. Das Notstromaggregat muss dazu gleichmäßig arbeiten, ausreichend leisten und richtig abgesichert sein. Einfacher ist es, Heizungstechnik ohne Strom zu nutzen.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

✔ Geprüfte Fachbetriebe in Ihrer Region
✔ Unverbindliche und kostenlose Vermittlung