Fenster dämmen und Heizkosten einsparen

  • von Alexander Rosenkranz
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Durch steigende Energiekosten lohnen sich Sanierungsmaßnahmen am eigenen Haus immer mehr. Sie reduzieren die Wärmeverluste, steigern den Komfort und helfen dabei, Heizkosten einzusparen. Neben der Fassade und dem Dach können Sie dabei auch die Fenster dämmen oder isolieren. Die Maßnahme ist in kurzer Zeit umsetzbar und besonders wirkungsvoll. Lassen Sie Ihre Fenster gegen Kälte isolieren, sind jedoch einige Punkte zu beachten. Wir informieren über Möglichkeiten und Voraussetzungen. 

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Das Wichtigste im Überblick:

Durch alte Fenster gehen erhebliche Mengen an Heizwärme verloren, weshalb sich Maßnahmen zur Fensterdämmung oder -abdichtung schnell auszahlen können.

  • Fenster mit Einfach- oder Zweifachverglasung aus älteren Baujahren verursachen besonders hohe Wärmeverluste und Zugerscheinungen.
  • Schon einfache Maßnahmen wie neue Dichtungen oder die Dämmung von Laibung und Fensterbank verbessern den U-Wert und den Wohnkomfort spürbar.
  • Je nach Zustand der Fenster sind Abdichtung, Glastausch oder kompletter Fenstertausch mögliche und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen.

Wer Fenster dämmt oder abdichtet, sollte auf regelmäßiges Lüften achten und kann von staatlichen Fördermitteln profitieren, um Heizkosten dauerhaft zu senken.

Gründe für die energetische Sanierung der Fensterflächen

Alte Fensterscheiben und -rahmen verursachen über 20 Prozent der Wärmeverluste im Haus. Sie wirken sich negativ auf die Heizkosten aus und sorgen häufig für Einbußen im Komfort. Zum einen zieht es durch undichte Dichtungen. Zum anderen ist die Oberfläche der Scheiben innen sehr kalt. Die Bauteile strahlen weniger Wärme ab, lassen Luft auskühlen und fördern Zugerscheinungen im Raum.

Vorteile der Wärmedämmung am Fenster: Dicht und sparsam

Lassen Sie die Fenster dämmen beziehungsweise energetisch sanieren, sorgen Sie für einen besseren  U-Wert. Durch die Wärmeschutzverglasung strömt weniger Energie und funktionierende Dichtungen verhindern den übermäßigen Luftaustausch. Weitere Vorteile finden sich häufig auch im verbesserten Schall- und Einbruchschutz, wie die folgende Übersicht zeigt:

Fenster dämmen oder isolieren: Diese Anzeichen sprechen dafür

Ob Sie die Fenster abdichten oder die Dämmung verbessern sollten, lässt sich anhand typischer Anzeichen schnell erkennen. Ein Beispiel dafür: die Anzahl der Scheiben. Wenn Sie Fensterflügel mit Einfachverglasung isolieren, sparen Sie in der Regel am meisten. Denn diese haben den schlechtesten U-Wert und damit auch die geringste Dämmwirkung.

Die häufigsten Anzeichen dafür, dass Sie die Fenster abdichten oder dämmen  sollten:

  • Fenster mit ein oder zwei Scheiben  gelten als veraltet und bieten einen geringen Wärmeschutz. Sie können den Komfort sowie den Energieverbrauch optimieren, indem Sie am Fenster die Dämmung verbessern.
  • Die  bestehenden Fenster sind undicht und es zieht spürbar, wenn man sich davor aufhält. Auch das ist ein Anzeichen für veraltete Fensterscheiben. Indem Sie die Fenster abdichten, innen eine Folie anbringen oder Flügel und Rahmen mit besserer Dämmung einbauen, wirken Sie den Zugerscheinungen entgegen und senken zudem Ihre Heizkosten.
  • Die  Bauteile stammen aus den 70er-, 80er- oder frühen 90er Jahren. Ist das der Fall, gelten sie als veraltet und überholt. Indem Sie neue Fenster einbauen, verbessern Sie die Dämmung und sparen Energie.

Sinnvoll ist es auch, defekte Fenster abdichten zu lassen - etwa bei kaputten Scheiben oder morschen Rahmen. Denn diese reduzieren nicht nur den Wärmeschutz, sie ermöglichen es auch Einbrechern, Ihr Haus schneller zu betreten.

Tipp: Energieberater informieren über Zustand, Kosten und Einsparung

Sind Sie unsicher, wie es um die energetische Qualität Ihrer Fensterflächen steht, hilft ein  Energieberater  weiter. Der Experte nimmt die Bauteile unter die Lupe und kann schnell eine Aussage zu U-Wert und Zustand treffen. Auf Wunsch informiert er außerdem über Kosten, Einsparungen und Fördermittel. Sie können daraufhin fundiert entscheiden, ob Sie die Fenster dämmen oder nicht. Das Beste daran: Der Staat bietet eine attraktive  Energieberater-Förderung  an.

Fenster dämmen oder isolieren: Vier Möglichkeiten

Wollen Sie die Wärmedämmung am Fenster verbessern oder die Fenster abdichten, kommen verschiedene Möglichkeiten infrage. So können Sie:

  • alte, spröde oder brüchige Dichtungen durch neue ersetzen
  • Fenster-Dämmung an Laibung und Fensterbank anbringen
  • alte Scheiben in den Fensterflügeln durch neue austauschen
  • alte Bauteile durch Fenster mit besserer Dämmung tauschen

Fenster abdichten: Innen oder außen neue Dichtbänder anbringen

Mit der Zeit werden Dichtungen spröde. Sie setzen der Luft kaum etwas entgegen und sorgen für unangenehme Zugerscheinungen in der kalten Jahreszeit. Da diese den Komfort stören und die Heizkosten steigen lassen, lohnt es sich, wenn Sie Fenster abdichten lassen. Von innen tauschen Experten die alten Dichtbänder dann aus. Alternativ können Sie einfache Dichtbänder aus dem Baumarkt nachrüsten. Diese kleben Sie von innen an den gereinigten Fensterflügel, um diesen gegen den Rahmen hin abzudichten.

Möglich ist es übrigens auch, die Fensterrahmen abdichten zu lassen. Hier strömt kalte Luft häufig durch Spalten zwischen Rahmen und Mauerwerk. In beiden Fällen liegen die Kosten bei 20 bis 100 Euro pro Flügel und sind damit vergleichsweise niedrig.

Ist die Dichtung ungenügend? Eine Antwort auf diese Frage gibt der Papier-Trick. Dabei legen Sie ein Stück Papier zwischen Flügel und Rahmen. Lässt sich dieses bei geschlossenem Fenster leicht herausziehen, sollten Sie die Fenster neu abdichten. Ähnlich funktioniert auch der Feuertest. Bewegt sich die Flamme einer Kerze oder eines Feuerzeugs am Fensterspalt deutlich sichtbar, zieht Luft hindurch und die Abdichtung lässt sich erneuern.

Fenster dämmen: Von außen oder von innen möglich

Mit einer Dämmung am Fenster gehen Sie gegen  Wärmebrücken  vor. Diese entstehen am Übergang zur Wand, der dadurch mehr Wärme nach außen strömen lässt. In Verbindung mit einer Außen- oder einer Innendämmung können Sie die Fenster-Dämmung in der Laibung anbringen oder die Fensterbank selbst dämmen.

Die Maßnahmen reduzieren die Wärmeverluste und sorgen dafür, dass Laibungsflächen nicht so stark auskühlen. Haben Sie Schimmel am Fenster, ist das unter Umständen eine hilfreiche Lösung. Die Kosten liegen bei etwa 100 bis 150 Euro und sinken, wenn Sie die Fenster-Dämmung in Eigenregie anbringen.

Gläser austauschen: Rahmen erhalten und Kosten sparen

Möchten Sie Fensterflügel mit Einfachverglasung isolieren, bietet sich ein Austausch der Scheiben an. Fachhandwerker bauen dabei neue Gläser ein, um die Fenster-Dämmung zu verbessern. Die Maßnahme lohnt sich vor allem bei erhaltenswerten Holzfenstern. Sie ist mit 100 bis 500 Euro pro Scheibe günstiger, sauberer und schneller umsetzbar als ein herkömmlicher Fenstertausch. Voraussetzung ist eine ausreichende Tiefe der Flügel, damit diese die neuen Scheiben aufnehmen können. Außerdem müssen die Rahmen selbst tragfähig und intakt sein.

Fenstertausch: Scheiben und Fensterrahmen isolieren

Die besten Ergebnisse bringt ein Fenstertausch. Die Maßnahme lohnt sich vor allem bei alten Kunststoff- oder Alufenstern. Sie ist bei morschen Holzfenstern erforderlich und sorgt für eine sehr gute Wärmedämmung am Fenster. Grund dafür sind niedrige Glas- und Rahmen-U-Werte. Mit 300 bis 800 Euro pro Fenster kostet das Dämmen auf diese Weise allerdings am meisten.

Fenster dämmen: Das ist vor und nach der Sanierung zu beachten

Neue Fensterflächen wirken sich spürbar auf die Bauphysik aus. Um Schimmel und andere Probleme zu vermeiden, sollten Sie dabei einige Punkte beachten, wenn Sie die Fenster dämmen.

Wärmedämmung der Fenster sollte schlechter als Dämmung der Wand sein

Vor der Sanierung kommt es auf die Dämmwirkung der Umschließungsflächen an. Diese sollten besser als die Wärmedämmung am Fenster sein. Auf diese Weise wirken die Glasflächen als Feuchtefalle und Wasser kondensiert zuerst an diesen. Sie können die Feuchtigkeit dann einfach wegwischen und  richtig lüften, um für trockene Raumluft zu sorgen. Ob Sie diese Vorgabe erfüllen, erkennen Sie am U-Wert der Fenster. Dieser sollte höher sein als der U-Wert der umliegenden Wände.

Alternative Lüftung: Dichten Sie die Fenster ab und der natürliche Luftwechsel ist zu gering, können Sie alternativ auch auf eine kontrollierte Wohnraumlüftung setzen. Ob das nötig ist, zeigt ein Lüftungskonzept nach DIN 1946 Teil 6.  

Nach dem Abdichten der Fenster ist regelmäßiges Lüften besonders wichtig

Lassen Sie die Fenster dämmen oder abdichten, strömt von allein weniger Luft durch Ihre Wohnräume. Das kann zum einen zu schlechter Luft, zum anderen aber auch zu Schimmel führen. Um zu verhindern, dass sich Feuchte, Schadstoffe und Gerüche ansammeln, ist regelmäßiges  Stoßlüften  Pflicht. Alternativ bietet sich auch der Einbau einer  kontrollierten Wohnraumlüftung  an. Die Technik sorgt automatisch für den nötigen Luftwechsel und spart dank Wärmerückgewinnung sogar Energie.

Übrigens: Über die  Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen (BEG-EM)  bekommen Sie attraktive Fördermittel für den Glas- oder Fenstertausch.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Dämmen und Abdichten der Fenster

Wie viel Energie lässt sich durch das Dämmen von Fenstern einsparen?

Über alte Fenster und Rahmen gehen oft mehr als 20 Prozent der Heizwärme verloren. Werden Dichtungen erneuert, Laibungen gedämmt oder veraltete Verglasungen ersetzt, lassen sich diese Verluste deutlich reduzieren. Je nach Ausgangszustand der Fenster können Sie die Heizkosten spürbar sinken, während der Wohnkomfort steigt.

Wann lohnt es sich, Fenster zu dämmen, anstatt sie auszutauschen?

Eine Dämmung oder Abdichtung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Fensterrahmen noch intakt und tragfähig sind. Das gilt häufig für gut erhaltene Holzfenster oder für Fenster, bei denen lediglich die Dichtungen oder die Verglasung veraltet sind. Sind Rahmen beschädigt, sehr alt oder energetisch stark überholt, ist ein kompletter Fenstertausch meist die bessere Lösung.

Welche Maßnahmen zur Fensterdämmung gibt es?

Je nach Zustand der Fenster kommen unterschiedliche Maßnahmen infrage. Dazu zählen der Austausch spröder Dichtungen, die Dämmung von Fensterlaibung und Fensterbank, der Austausch einzelner Scheiben oder der komplette Ersatz der Fenster inklusive Rahmen. Welche Lösung geeignet ist, hängt vom Baujahr, vom U-Wert und vom baulichen Zustand ab.

Kann man Fenster auch von innen dämmen?

Ja, insbesondere die Dämmung der Laibung oder der Fensterbank kann von innen erfolgen. Diese Maßnahme reduziert Wärmebrücken und sorgt dafür, dass angrenzende Flächen weniger auskühlen. Das ist nicht nur energetisch sinnvoll, sondern kann auch helfen, Schimmelbildung am Fenster zu vermeiden. Die Kosten sind überschaubar und sinken weiter, wenn Sie Eigenleistungen erbringen.

Was ist nach dem Abdichten oder Dämmen der Fenster zu beachten?

Nach der Sanierung gelangt deutlich weniger Frischluft unkontrolliert in die Räume. Deshalb ist regelmäßiges Stoßlüften besonders wichtig, um Feuchtigkeit, Schadstoffe und Gerüche abzuführen. Alternativ kann eine kontrollierte Wohnraumlüftung für einen konstanten Luftaustausch sorgen und dank Wärmerückgewinnung zusätzlich Energie sparen.

Gibt es Fördermittel für das Dämmen oder den Austausch von Fenstern?

Ja, energetische Maßnahmen an Fenstern werden staatlich gefördert. Vor allem der Glas- oder Fenstertausch lässt sich über die Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen bezuschussen. Zusätzlich kann eine geförderte Energieberatung helfen, den Zustand der Fenster zu bewerten und die wirtschaftlich sinnvollste Lösung zu finden.

Fazit von Alexander Rosenkranz

Durch alte Fensterscheiben und -rahmen geht viel Wärme verloren. Das senkt den Komfort und sorgt für sinkende Kosten. Abhängig vom Zustand und vom Alter der Elemente lassen sich Einsparpotenziale dabei einfach und günstig nutzen. So zum Beispiel durch neue Dichtungen oder die Fensterdämmung innen beziehungsweise außen. Sie können die Gläser tauschen oder komplett neue Fensterscheiben, inklusive -rahmen, einbauen.

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