Heizung verkleiden - Gründe, Kosten und Tipps

Seit einiger Zeit lässt sich ein Trend beobachten: Heizung verkleiden. Mittlerweile können Hausbesitzer und Hausbewohner Verkleidungen unterschiedlichster Art für ihre Heizung kaufen – oder selbst bauen. Wir erklären in diesem Artikel, welche Gründe es dafür gibt, wie viel baufertige Verkleidungen im Handel kosten und ob es sich lohnt, diese selbst zu bauen. 

Warum die Heizung verkleiden? 

Wenn von der Heizungsverkleidung die Rede ist, dann meinen die meisten Menschen die Verkleidung der Heizkörper. Dabei besteht die Heizung nicht nur aus den Heizkörpern, die die Wärme in den Raum abstrahlen. Auch die Heizungsrohre und der Heizkessel selbst sind zwei grundlegende Komponenten einer Heizungsanlage. Beides zu verkleiden bzw. zu isolieren ist genauso sinnvoll wie die Verkleidung der Heizkörper selbst.     

Heizkörper verkleiden

Wer seine Heizung verkleiden möchte, fängt häufig bei den Heizkörpern an. Wer zur Miete wohnt, hat ohnehin keinen oder nur einen eingeschränkten Zutritt zum eigentlichen Heizkessel. Wenn Hausbewohner ihre Heizkörper verkleiden, dann meist aus ästhetischen und praktischen Gründen.

Klassische Heizkörper sind zwar funktional und unerlässlich für den Wohnkomfort. Eine optische Aufwertung der Wohnräume sind sie aber nur selten. Wer die Heizkörper verkleidet, macht dies in erster Linie aus reinästhetischem Grund. Denn die Verkleidung ermöglicht eine optische Anpassung an den vorhandenen Wohnraum, wodurch das Aussehen der Heizkörper weniger störend wirkt. In einigen Fällen können kunstvoll verzierte oder ungewöhnliche Verkleidungen den Raum sogar veredeln. Je nach Design bieten die Heizungsverkleidungen auch zusätzliche Abstellflächen – oder sogar Sitzmöglichkeiten. Bei Letzterer ist es wichtig, dass die Konstruktion dafür geeignet ist. Andernfalls drohen Schäden am Heizkörper, für die der Mieter haften muss.  

Heizungsrohre und Heizkessel verkleiden

Wer seine Heizung verkleiden möchte, sollte die Heizungsrohre nicht außer Acht lassen. Diese transportieren das Heizwasser vom Kessel zu den Heizkörpern und wieder zurück. Ohne Verkleidung bzw. Isolierung wirken sie selbst als Heizkörper und geben einen Teil der Wärme an zwischenliegende Räume ab. Der Energieverbrauch steigt, ohne dass die eigentlich zu beheizenden Räume wärmer werden. Wie Sie die Heizungsrohre am besten schützen können, erklärt der Beitrag „Heizungsrohre isolieren“.

Neben den Heizungsrohren können Hausbesitzer auch den Heizkessel selbst isolieren. Das ist bei den meisten Wärmeerzeugern aber nicht notwendig, da sie ab Werk bereits schall- und wärmegedämmt sind. Verliert der Heizkessel aber spürbar Wärme, etwa über die Kesseltür, dann ist es ratsam, einen Installateur zu kontaktieren. Er erkennt den Fehler meist schnell und kann ihn auch beheben.  

Einen alten Heizkörper kann man aufbessern oder gleich die komplette Heizung verkleiden
©wabeno | Fotolia

Heizungsverkleidungen kaufen

Haben sich Hausbesitzer und Hausbewohner für die Verkleidung ihrer Heizung entschieden, können sie sich auf die Suche nach den passenden Produkten machen. Abdeckungen aus Holz oder Metall für Heizungen gibt es sowohl in örtlichen Läden als auch in Onlineshops. Vor allem einfache, hölzerne Heizungsverkleidungen sind in der Anschaffung sehr günstig. Manche Produkte sind bereits für unter 30 Euro zu kaufen. Sie bestehen meist aus einem schlichten Rahmen mit mehreren Gittern, die die Luftzirkulation weiterhin sicherstellen. Heizungsverkleidungen aus Metall sind etwas teurer. Sie sind dafür sehr leicht und lassen sich mit einem Handgriff über den Heizkörper hängen. Dank ihrer physikalischen Eigenschaft geben sie nach kurzer Zeit die aufgenommene Wärme als Strahlungswärme an den Raum ab. Die Heizleistung wird auf diese Weise nur geringfügig gemindert. 

Heizung verkleiden auf eigene Faust 

Um die Heizung verkleiden zu können, benötigen Hausbesitzer und Hausbewohner ein wenig handwerkliches Geschick – und natürlich das Material. Entscheiden sie sich für die Variante mit Holz, können sie die Maße zuvor ermitteln und damit in einen Baumarkt bzw. zum Tischler gehen. Die fertigen Platten lassen sich mithilfe von Schraubzwingen und Leim zu einem fertigen Stück verbinden. Sollte die Verkleidung hingegen aus Edelstahl sein, gibt es vor allem im Internet viele Händler, die Zuschnitte nach Maß anbieten. Um die Verkleidung in die finale Form zu bringen, ist allerdings eine Kantbank bzw. eine Schwenkbiegemaschine notwendig. Die Anschaffungskosten für Material und Werkzeug sind in solchen Fällen aber sehr hoch, sodass es sich kaum lohnt, die Heizungsverkleidung aus Edelstahl selbst zu bauen. Wer lediglich einen Sichtschutz haben möchte, kann seine Heizung auch mit einem Geflecht aus Rattan verdecken. Grundsätzlich gilt: Finanziell rechnet sich die selbst gemachte Variante nicht immer. Dafür ist sie in jedem Fall einmalig.  

Ist es sinnvoll, die Heizung zu verkleiden?

Egal ob mit Holz oder Edelstahl, wenn Hausbesitzer und Hausbewohner ihre Heizung verkleiden, müssen sie immer mit Leistungsverlust rechnen. Je nach Material und Konstruktion der Verkleidung gehen Experten hierbei von drei bis sieben Prozent aus. Wichtig ist zudem, dass die Frontplatten immer ausreichend große Spalten für die Luftzirkulation haben. Das ist vor allem bei Holzverkleidungen dringend erforderlich, da das Material keine Strahlungswärme abgeben kann, wie das beim Metall der Fall ist. Inwiefern die Heizungsverkleidung sinnvoll ist, muss vom Fall zu Fall entschieden werden. 

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Vor allem aus optischen Gründen möchten viele Hausbesitzer und Hausbewohner ihre Heizung verkleiden. Dabei steht ihnen im Internet eine Vielzahl an Modellen aus Holz oder Metall zur Verfügung. Auch für Hobbyhandwerker bietet das Internet zahlreiche Hilfen in Form von Anleitungsvideos. Die Verkleidung ist aber immer mit Verlust der Heizleistung verbunden.   

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