Rund um das Energielabel für den Kaminofen

Seit dem 01. Januar 2018 ist das Energieeffizienzlabel für Kaminöfen Pflicht. Für neue Gas- und Ölheizungen sowie für Wärmepumpen war dies bereits 2015 der Fall. Ein Jahr später galt diese dann auch für Bestandanlagen (Öl und Gas). Im April 2017 gesellten sich die Festbrennstoffkessel mit einer Nennwärmeleistung von bis zu 70 Kilowatt (kW) hinzu. Erfahren Sie im nachstehenden Artikel, an welche Bedingungen das Energielabel für Kaminöfen gebunden ist, was die einzelnen Effizienzklassen auszeichnet und welche Vorteile sich für den Verbraucher an die Neuerung knüpfen.

Grundlegendes zum Energielabel 

Viele kaufen eine Glühlampe, einen Kühlschrank oder ein neues TV-Gerät und schauen auf die ausgewiesene Effizienzklasse. Dabei steht die Energieeffizienz während der Nutzung, wie der Name schon sagt, im Vordergrund. Verwendung findet hierbei nicht nur die alphabetische Bezeichnung, sondern auch eine Ampel-Skala von dunkelgrün bis rot.

Die Grundlage für das Energielabel bildet die EU-Rahmenrichtlinie 2010/30/EU über die „Angabe des Verbrauchs an Energie und anderen Ressourcen durch energieverbrauchsrelevante Produkte mittels einheitlicher Etiketten und Produktinformationen“. Die Regelungen zu den einzelnen Heizungstypen wurden in Brüssel zeitlich versetzt beschlossen. Resultat ist, dass die Kennzeichnungspflicht ebenso zeitversetzt in Kraft tritt. Seit dem 01. Januar 2018 sind nun die Kamine und Öfen - sogenannten Einzelraumfeuerungsanlage - an der Reihe. 

Ein Mann sitzt mit einer Teetasse vor einem Ofen. Das Energielabel für den Kaminofen gilt seit Anfang 2018. 
© K.-U. Häßler | Fotolia

Warum das Energielabel?

Zwei grundlegende Absichten verfolgt die Europäische Union damit. Zum einen soll die Kaufentscheidung aufgrund der besseren Vergleichbarkeit der Produkte von potentiellen Kunden erleichtert werden. Zum anderen soll es für mehr Wettbewerb zwischen den Herstellern im Bereich der energieeffizienten Technik sorgen. 

Label ab 2018 im Speziellen

Seit dem 01. Januar 2018 sind also Einzelraumheizgeräte kennzeichnungspflichtig. Dies gilt für alle Anlagen bis zu einer Leistung von 50 Kilowatt. Sie müssen eine geschlossene Abgasführung aufweisen und mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden. Das heißt neben Gas- und Ölöfen zählen auch Pellet- sowie Scheitholzöfen dazu.

Hier noch einmal alle Eckdaten in der Übersicht:

  • Einzelraumfeuerungsgeräte
  • Bis 50 kW
  • Geschlossene Abgasführung
  • Brennstoffe: Öl, Gas, Pellets, Scheitholz

Welche Informationen bietet das Energielabel für Kaminöfen?

Um die entsprechenden Geräte mit dem Energielabel für den Kaminofen leicht vergleichen zu können, benötigt es einige Kriterien. Folgende Informationen können Sie dem Label entnehmen:

  • Name des Lieferanten
  • Warenzeichen
  • Modellkennung
  • Energieeffizienzklasse (schwarzer Pfeil rechts neben der Ampelskala)
  • Direkte Wärmeleistung in kW
  • Indirekte Wärmeleistung in kW

Ist von der direkten Wärmeleistung die Rede, geht es um die Leistung des Kaminofens am entsprechenden Aufstellort. Das heißt, wie viel Wärme wird tatsächlich dort vom Ofen abgegeben, wo sie auch benötigt wird.

Bei der indirekten Variante kommt die Frage ins Spiel, ob der Ofen oder Kamin wasserführend ist. Denn dabei geht nur ein Teil der produzierten Wärme, die bei der Verbrennung entsteht, geht an den Raum. Der übrige Teil speist sich in das bestehende Zentralheizsystem. Dafür sind zusätzlich ein Wärmetauscher und ein Pufferspeicher notwendig. 

Vorteile für den Verbraucher

Grundsätzlich soll das Label die bessere Vergleichbarkeit der Kaminöfen ermöglichen und dem Kunden bei der Kaufentscheidung helfen. Jedoch ist dies nur eingeschränkt möglich. Denn die Effizienzunterschiede lassen sich nur bei verschiedenen Arten der Öfen vergleichen. Das heißt Gas- und Ölöfen sowie Kamine mit Pellets und Scheitholz können anhand der Angaben auf dem Label gut unterschieden werden. Wesentlich schwieriger wird es, wenn Sie zum Beispiel Scheitholzöfen verschiedener Hersteller gegenüberstellen möchten. Die Abweichungen untereinander sind nämlich nur minimal.

Darüber hinaus können auf Grundlage des Energielabels keine Rückschlüsse auf die Einsparungen beim Kohlenstoffdioxidausstoß und bei den Heizkosten gezogen werden. 

Worauf Hersteller und Händler achten sollten

Bis zum April müssen auch die Kaminofenhersteller die Kennzeichnungspflicht vollständig umgesetzt haben. Das heißt konkret, dass jede Art von Werbung für die Einzelraumheizgeräte auf die Energieeffizienz der einzelnen Öfen hinweisen muss. Des Weiteren ist das Anzeigen des Energielabels verpflichtend. Daraus folgt auch, dass in den Verkaufsstellen das Energielabel für den Kaminofen für jeden sichtbar angebracht werden muss. 

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Kamine und Öfen müssen seit dem 01. Januar 2018 mit dem Energielabel gekennzeichnet sein. Es dient der Orientierung und hilft in erster Linie dabei, zum Beispiel Gas- und Pelletöfen gegenüberzustellen. Dabei schneiden Pelletöfen meist besser ab. Die Unterschiede von Pelletöfen verschiedener Hersteller kommen durch die Kennzeichnung jedoch nicht so deutlich heraus. Deshalb sollten Sie vor einem Kauf alle Kriterien gut abwägen. Insbesondere das persönliche Heizverhalten und Aspekte der räumlichen Gegebenheiten sollten in die Überlegungen mit einfließen. Aber auch Fragen nach Kosten und Umweltfreundlichkeit müssen geklärt sein. Das Label macht dazu jedoch keine Aussagen. Somit ist eine ausführliche Beratung unerlässlich. 

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